Albrecht Dürer-Kunstwerke von Millionenwert an Stadt Nürnberg verschenkt!

| 14. April 2016 | Kommentieren
Albrecht Dürer. Selbstbildnis mit Landschaft (Madrider Selbstbildnis), Öl auf Holz (1498), Museo Nacional del Prado, Madrid

Albrecht Dürer. Selbstbildnis mit Landschaft (Madrider Selbstbildnis), Öl auf Holz (1498), Museo Nacional del Prado, Madrid

Albrecht-Dürer-Sonderausstellung

Von Rüdiger Dietrich

Nürnberg – Am heutigen Donnerstag, den 14.04. eröffnete das niederländische Königspaar die Sonderausstellung „Schatz aus Papier. Die Dürer-Sammlung Diehl – ein Geschenk an die Stadt Nürnberg“, die bis zum 17. Juli zu sehen sein wird. Anlass dieser Sonderausstellung ist eine Schenkung von historischem Ausmaß, wie sie Nürnberg noch nicht erlebt hat. 106 Kupferstiche und Radierungen sowie 37 Holzschnitte aus der Sammlung des 2008 verstorbenen Unternehmers und Nürnberger Ehrenbürgers Karl Diehl gingen durch diese Schenkung in das Eigentum der Stadt über. „Das ist ein sehr, sehr guter Tag für Nürnberg“, wurde die Kulturreferentin Julia Lehner zitiert. Erst am Dienstag wurden die Werke im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Sohn des Nürnberger Industriellen, Werner Diehl, bezifferte den Wert im siebenstelligen Bereich, im Rahmen einer Auktion vielleicht sogar im achtstelligen Bereich. Allerdings sichert ein Ewigkeitsvertrag, dass die Werke nicht weitergegeben oder veräußert werden dürfen.

Ab 1509 wohnte und arbeitete – Deutschlands vielleicht berühmtester Maler – Albrecht Dürer (1471–1528) fast 20 Jahre lang in dem mächtigen Fachwerkhaus, das heute als Albrecht-Dürer-Haus bekannt ist. Es ist nicht nur eines der wenigen unzerstörten Bürgerhäuser aus Nürnbergs Blütezeit und das erste deutsche Künstlermuseum seit 1828, sondern vor allem auch das einzige Künstlerhaus aus dem 16. Jahrhundert, das sich in Nordeuropa erhalten hat. Der Maler, Graphiker, Mathematiker und Kunsttheoretiker Albrecht Dürer zählte mir seinen Gemälden, Zeichnungen, Kupferstichen und Holzschnitten zu den herausragenden Vertretern der Renaissance. Nicht zu unrecht werden deshalb auch einiger seiner Exponate in den Uffizien der Renaissance-Stadt Florenz gezeigt. Dürer befreite den Holzschnitt aus dem lediglichen „Dienst der Buchillustration“ und erhob ihn in Rang eines eigenständigen Kunstwerks. Neben seinem künstlerischen Schaffen schrieb Dürer Werke über das Perspektivproblem in der Malerei. Mitunter zu seinen bekanntesten Blättern gehören zum Beispiel „Ritter, Tod und Teufel“ oder „Melencolia“, aber auch der Holzschnitt „Rhinocerus“, der sich unter der großzügigen Schenkung befand.

Die Kulturreferentin Julia Lehner gestand aus Sicht der „Dürer-Stadt Nürnberg“ mit Blick auf die Vergangenheit ein, dass man oft den Erwartungen der großen Besucherströme nicht gerecht werden konnte. Und auch der Kunsthistoriker und Dürer-Experte Thomas Schauerte ergänzte in diesem Zusammenhang, viel zu oft etwas zu Dürer ohne Dürer gemacht haben zu müssen. „Diese sauren Zeiten sind jetzt vorbei“, durfte dieser nun erfreut feststellen.

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Kategorie: Allgemein, Gesellschaft

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