Alexander Marlow will angeblich mit Breitbart News nach Europa expandieren

| 4. Oktober 2016 | Kommentieren

Sucht der „gefährlichste politische Akteur Amerikas“ den Standort Deutschland?

Breitbart News

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Von Rüdiger Dietrich

Kalifornien – Die Medienlandschaft verliert in breiten Teilen der Gesellschaft zunehmend an Vertrauen. Dieser wurden zwar durch die modernen Kommunikationsformen viele neue Möglichkeiten geboten, doch die potentielle Vielfalt änderte bislang nichts an der Dominanz althergebrachter Mediengiganten. Ob dies dauerhaft so bleibt, wird sich zeigen. Immerhin gelang es zumindest einigen alternativen Medienprojekten im Online-Genre, sich im Zeitalter der Lügen- und Lückenpresse-Vorwürfe eine doch beachtliche Leserschaft zu verschaffen. Inwiefern beispielsweise jedoch ein Organ wie „Huffington Post“ aufgrund seiner eher linksliberalen Ausrichtung hierzu zu rechnen oder doch bereits unter Mainstream zu subsumieren ist, darüber ließe sich streiten. Dass allerdings besagter Mainstream ein Nachrichten-Portal wie beispielsweise „Breitbart News“ als rechtskonservativen Medienaffront betrachten würde, daran dürfte kein Zweifel bestehen. Doch wird man vielleicht schon bald Augenzeuge der Probe aufs Exempel werden. Angeblich will besagtes US-Portal nach Europa expandieren und soll auch Deutschland im Zuge dessen als Standort im Gespräch sein.

„Breitbart“ ist die „Huffington Post“ der Rechten und steht Trump nahe, zeichnete bereits Ende August „Die Zeit“ ihr medienpolitisches Horrorszenario im Zusammenhang mit den Expansionsplänen an die Wand. Seit der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump den vormaligen Chef der Breitbart-Website, Stephen Bannon, zum Vorsitzenden des republikanischen Wahlkampfteams kürte, übernahm Alexander Marlow bei „Breitbart News“ dessen Funktion. Folgt man der Einschätzung des New Yorker Medienkonzerns Bloomberg, handelt es sich beim gegenwärtigen Breitbart-Chef Marlow um nicht weniger als den „gefährlichsten politischen Akteur in Amerika“. Die Medienanalyse-Firma NewsWhip bescheinigte dem Portal sogar noch zwei Millionen mehr Interaktionen über Facebook und Twitter als der „Huffington Post“. Nach Eigenangaben überschreitet Breitbart schon mal die 30-Millionen-Schwelle an Seitenbesuchern im Monat. „Besonders weil die Flüchtlingskrise so ist, wie sie ist, könnte es für uns sinnvoll sein, dort vor Ort zu sein“, soll Breitbart-Chef Marlow geäußert habe.

Nachdem selbst Wikipedia die 2007 gegründete US-amerikanische Nachrichten- und Meinungswebsite zu den wichtigsten politischen Online-Portalen zählt, ist jedoch nicht auszuschließen, dass die Denunziation von Breitbart als angeblich wichtigstes Sprachrohr der sogenannten Alt-Right-Bewegung auch zu einem nicht unerheblichen Maße einer seitens des deutschen Medienestablishments gefürchteten Konkurrenzsituation geschuldet ist. – Wir werden sehen: doch letztendlich sollte die Qualität entscheiden!

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Kategorie: Allgemein, Gesellschaft

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