Anleger flüchten trotz bzw. wegen hoher Kurse aus Aktienfonds

| 16. November 2016 | Kommentieren

Gold-Investment beliebt wie selten zuvor!

Goldbarren

Goldbarren

Von Friedrich Walstadt

Berlin – Während die US-Börse bullish neuen Höhen zuzustreben scheint, neigen offenbar Fondsanleger vermehrt dazu, sich zu verabschieden. „Anleger flüchten weltweit aus Aktienfonds“, titeln einige Finanzmedien. In den ersten neun Monaten 2016 flossen weltweit gut 200 Milliarden US-Dollar aus Aktienfonds ab. Dies war deutlich mehr als in den vorangegangenen Jahren. So stellt sich zumindest die Lage gemäß aktuellen Daten dar, die ein Analysehaus für die „Financial Times“ (FT) gesammelt hat. Als Ursache für die Flucht der Investoren führen zahlreiche Fondsanbieter eine zunehmende politische Unsicherheit in Industriestaaten und einsetzende Vorsicht mit Blick auf die immer höheren Bewertungen am Aktienmarkt an. Die Mittelabflüsse in den ersten neun Monaten dieses Jahres entsprechen laut Morningstar etwa sechs Prozent des insgesamt in Aktienfonds verwalteten Vermögens. Ungeachtet dessen konnte aber das aggregierte Fondsvolumen im selben Betrachtungszeitraum dennoch einen Anstieg um vier Prozent auf 11,7 Billionen Dollar verzeichnen. Dies ist auf hohe Kursgewinne zurückzuführen.

Im Gegenzug dazu erfreuten sich Rentenfonds Zuspruch, die seit Jahresbeginn unter dem Strich 276 Milliarden Dollar einsammeln konnten. Geldmarktprodukten habe die Anleger in etwa 150 Milliarden Dollar netto anvertraut. Zahlreiche Experten, verweisen darauf, dass Aktien im historischen Vergleich deutlich teurer geworden sind, weshalb einerseits die US-Börsen ungeachtet schwächer werdender Fundamentaldaten ein Rekordhoch erreichen, jedoch auch die Zurückhaltung konservativer Investoren zunimmt. Ähnlich hohe Abflüsse hatte es zuletzt 2011 gegeben, als seitens der Anleger 148 Milliarden Dollar aus Aktienfonds abgezogen wurden. In diesem Jahr sind fast alle Aktienfondskategorien betroffen, wobei überwiegend Mittel aus Fonds mit amerikanischen und europäischen Aktien abflossen. Besagte Mittelabflüsse beliefen sich allein im dritten Quartal auf ca. 100 Milliarden Dollar.

Was eine breite Masse der Deutschen betrifft, setzen diese zunehmen auf Gold, ein Verhalten, das durchaus als Ausdruck eines Krisengefühls wahrgenommen werden kann. Die Goldbestände in bundesrepublikanischen Depots erreichen inzwischen immer wieder neue Höchststände. Folgt man einer aktuellen Studie der Reisebank und des CFin Research Centers der Steinbeis-Hochschule Berlin, besitzen deutsche Anleger mittlerweile bereits 2,5-mal so viel Gold wie die Bundesbank. Ein Goldbestand, der sich auf 8.700 Tonnen beläuft. Rund 40 Prozent der Bundesbürger besitzen Gold als physische Wertanlage. Werterhalt und Inflationsschutz sind die häufigsten angeführten Argument für den Golderwerb. Etwa 95 Prozent betrachten Gold als sicheren Hafen und immerhin 90 Prozent erblicken zudem ein Kurssteigerungspotenzial. Demnach geben 78 Prozent an, künftig Gold erwerben zu wollen, davon 26 Prozent in nächster Zukunft. Die Beliebtheit von Gold nimmt kontinuierlich zu. Die Zufriedenheit mit Gold-Investments erhöhte sich im Vergleich zu 2014 von 88 auf 93 Prozent.

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Kategorie: Allgemein, Finanzen

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