Anleihegläubigerversammlung der Karlie Group GmbH wird verschoben!

| 10. Mai 2016 | Kommentieren

Bildschirmfoto 2016-05-10 um 19.09.53Unternehmensanleihen

Von Friedrich Walstadt

Bad Wünnenberg-Haaren – Die seit mehr als vier Jahrzehnten im Heimtierbedarf tätige Karlie Group GmbH muss eine ursprünglich für den heutigen 09. Mai geplante Gläubigerversammlung bezüglich einer Verlängerung und Zinsreduzierung einer Unternehmensanleihe verschieben, da mit einer Anmeldungsquote von nur 37 % der ausstehenden Anleihen im Nominalwert von 6,756 Mio. € das für eine Beschlussfähigkeit gemäß Schuldverschreibungsgesetz erforderliche Quorum von 50 % verfehlt wurde. In den nächsten Tagen soll nun laut Unternehmensmitteilung im Bundesanzeiger die Einladung für den 30. Mai veröffentlicht werden. Da für diese zweite Einladung ein Quorum von nur noch 25 % der ausstehenden Anleihen besteht, dürfte von einem Stattfinden der Gläubigerversammlung auszugehen sein. Die Anleihegläubiger sollen auf besagter AGV über eine Verlängerung und Zinsreduzierung der „Karlie-Anleihe 2013/18“ abstimmen. Die beabsichtigte Laufzeitverlängerung sähe eine Endfälligkeit der Anleihe am 25. Juni 2021 anstatt bislang 2018 vor. Außerdem soll die jährliche Verzinsung der Anleihe rückwirkend zum 25. Juni 2015 von 6,75 % auf 5,0 % heruntergesetzt werden. TOP 3 der Agenda bezieht sich auf eine optionale erneute Verlängerung der Anleihe-Laufzeit um ein weiteres Jahr.

Mitte Februar diesen Jahres hatte die Scope Ratings AG das Unternehmensrating der Karlie Group GmbH von „B+“ auf „B“ herabgestuft. Geschäftsführer Dr. Andreas Spiegel äußerte unlängst gegenüber „Anleihen-Finder“ nach dem Finanzkonzept befragt, dass die Karlie Gruppe mit Ausnahme der Anleihetilgung für die nächsten Jahre durchfinanziert sei und die geplante Anleiherestrukturierung als Grundlage für eine Neuordnung der Passivseite dienen solle. Die operativen Cash Flows der Gruppe würden, so Dr. Spiegel, gemäß den Planung ausreichen, um eine Tilgung der Anleihe am Ende der Laufzeitverlängerung aus eigener Kraft und unabhängig von Banken stemmen zu können. Folgt man den Ausführungen des Karlie-Geschäftsführers, bestünde zwar auch bei einer Nicht-Zustimmung der Anleihegläubiger zumindest kein akutes Insolvenzrisiko, jedoch würde der Karlie Gruppe spätestens Mitte 2018 die Zahlungsunfähigkeit drohen, sofern keine anderweitige Refinanzierung erfolgreich abgeschlossen würde.

Während die Deutsche Investoren Union das Laufzeitverlängerungs-Vorhaben der Kerlie Group positiv beurteilt, steht die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger dem mit Skepsis gegenüber und fordert Nachbesserungen. Der Karlie-Geschäftsführer unterstreicht hinsichtlich der Anleiherestrukturierung die Erhöhung der Rückzahlungswahrscheinlichkeit zum Nominalwert sowie den Genuss der im derzeitigen Umfeld recht attraktiven Zinszahlungen bis dahin. Laut Dr. Spiegel hat sich an der grundsätzlichen Attraktivität des Geschäftsmodells nichts geändert. Der Markt für Heimtiere wachse weiterhin und sei konjunkturell unabhängig, stellt Dr. Spiegel fest.

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Kategorie: Allgemein, Wirtschaft

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