Attentäter waren als Kriminelle bekannt

| 24. März 2016 | Kommentieren

islamismusAnschläge in Brüssel

Von Torsten Müller

Berlin/Brüssel – Nach Anschlägen wie denen von Paris und Brüssel ergehen sich viele Wissenschaftler, Politiker und Journalisten in Versuchen einer tiefgründigen Ursachenanalyse. Da wird in die Vergangenheit der Täter geschaut, da werden strukturelle Probleme in den Heimatorten der betreffenden Personen herangezogen, um zu erklären, weshalb Menschen zu derartigen Taten fähig sind. Vergessen wird allzu oft, zu prüfen, ob die Politik möglicherweise einen guten Teil der Verantwortung dafür trägt, dass solche Taten überhaupt möglich werden.

Es ist bekannt, dass z. B. in Deutschland in den vergangenen Monaten nur rund zehn Prozent der Zuwanderer bei ihrer Einreise registriert und identifiziert wurden. Dieses Kontrolldefizit kann von potentiellen Terroristen durchaus als Einladung verstanden werden.

Es ist ebenso bekannt, dass die Täter oft aus islamischen Parallelgesellschaften stammen. Wieso hat die Politik zugelassen, dass solche Staaten im Staate entstehen? Wieso ist die Integration, von der so oft die Rede ist, in so vielen Fällen nicht gelungen, dass es unzählige Menschen vorziehen, zwar in Deutschland mit seinen materiellen Vorzügen zu leben, sich aber nicht in die bestehende Gesellschaft einzufügen? Man hätte Personen, die sich der Integration verweigern, mit der Ausweisung aus Deutschland daran hindern können, mit der Bildung von Parallelgesellschaften hierzulande den Nährboden für Terroristen zu schaffen.

Darüber hinaus ist bekannt, dass die meisten Islamisten und Terroristen in ihrer Vergangenheit Kriminelle waren. Der Politikwissenschaftler Rik Coolsaet teilt die jungen Menschen, die sich vom „Islamischen Staat“ (IS) angezogen fühlen, in zwei Gruppen ein. Die erste Kategorie sind polizeibekannte Kriminelle, Gang-Mitglieder, Drogenhändler und jugendliche Straftäter, denen die Mitgliedschaft im IS einen Lebenssinn gibt. Die zweite Kategorie besteht aus Menschen, die sich der Gesellschaft, in der sie leben, nicht zugehörig fühlen und deren Entfremdung schließlich in Wut und Gewalt mündet. Die erste Gruppe sind also Kriminelle, die zweite Gruppe setzt sich aus Personen zusammen, die nicht integrationswillig oder integrationsfähig sind.

Auch laut dem Terrorexperten Joachim Krause seien die Dschihadisten in der Regel „junge Männer nordafrikanischer Abstammung, die nicht integrationsfähig oder integrationswillig sind und die oftmals zunächst ins kriminelle Milieu abrutschen, bevor sie von den Salafisten aufgefischt werden.“

Diese Fakten lassen erkennen, dass die konsequente Ausweisung von kriminellen und integrationsunwilligen Ausländern ein nachhaltiger und wirkungsvoller Beitrag zum Kampf gegen den islamistischen Terrorismus sein kann.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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