Behörden warnen vor Rückkehrern

| 17. Januar 2015 | Kommentieren

islamisten43.000 radikale Islamisten leben in Deutschland

Ist Paris bald überall? Diese Frage stellen sich dieser Tage auch die deutschen Sicherheitsbehörden. Und sie legen konkrete Zahlen vor. Besonders ins Visier ihrer Ermittlungen nehmen die Behörden die Rückkehrer aus den Kampfgebieten Syriens und des Irak. Aber das gefährliche Personenpotential ist weitaus größer.

So wurde am Freitag in Berlin eine potentielle Terrorzelle ausgehoben. Der selbsternannte Emir vom Wedding, Ismat D. schickte 30 Islamisten nach Syrien, bald wollte er ihnen folgen. Entsprechende Flugtickets wurden bereits sichergestellt. Auch in Wolfsburg wurde ein Anhänger des „Islamischen Staats“ (IS) festgenommen, dem vorgeworfen wird, „eine Kampfausbildung für den militanten Dschihad durchlaufen und anschließend bei einer militärischen Offensive Tote und Verletzte vom Schlachtfeld geborgen zu haben“.

Aktuell gehen die deutschen Sicherheitsbehörden davon aus, dass 43.000 Islamisten in Deutschland leben. Darunter befinden sich etwa 7.000 Salafisten, deren Anteil in den letzten Jahren massiv gestiegen ist. Von etwa 600 Islamisten wissen die Behörden, dass sie nach Syrien oder in den Irak ausgereist sind, um dort an Kampfhandlungen teilzunehmen. Sollten sie nach Deutschland zurückkehren, geht von ihnen eine besondere Gefahr aus, da sie sich im Kampfgebiet radikalisiert haben dürften. Zudem wurden sie an Waffen und Sprengstoff ausgebildet.

Darüber hinaus gehen die Behörden bei rund 1.000 Islamisten davon aus, dass sie zum terroristischen Spektrum gehören. 260 Personen gelten als Gefährder, denen die Polizei einen Anschlag zutraut.

Die Rolle Deutschlands hat sich in der Strategie der Islamisten in den letzten Jahren gewandelt. Galt es früher eher als Rückzugs- und Rekrutierungsgebiet, in dem militärische Ausrüstung gekauft und Gelder von Unterstützern eingesammelt wurden, gilt es heute vor allem als Transitland für Islamisten aus Großbritannien und den USA, um von hier ungehindert in die Türkei zu fliegen, von wo aus sie ins syrische Kampfgebiet weiterreisen. Außerdem könnte Deutschland schon bald Aktionsgebiet sein, da die Behörden mittlerweile ganz konkret von einer gesteigerten Anschlagsgefahr ausgehen.

Studien zufolge sind 12 Prozent der Rückkehrer aus Kampfgebieten bereit, in den Ländern, in denen sie leben, Anschläge zu verüben. Das könnte dazu führen, dass Paris tatsächlich überall ist, denn der Attentäter von Paris, Said Kouachi wurde in einem Ausbildungscamp von Al-Qaida im Jemen für die Tat trainiert.

Stichworte: , ,

Kategorie: Allgemein, Politik

Kommentar schreiben