Bisher 340 islamistische Anwerbeversuche

| 14. August 2016 | Kommentieren

Asylbewerberheime im Visier

islamistenVon Torsten Müller

Berlin – Vor etwa einem Jahr erlagen sowohl die Bundesregierung als auch der Verfassungsschutz einem schwerwiegenden Irrtum. Zum einen prognostizierten sie, dass nicht damit zu rechnen sei, dass sich Terroristen unter den Flüchtlingen befinden würden, die sich den Weg nach Deutschland und Europa bahnen. Die Terroranschläge von Paris, Würzburg und Ansbach holten sie in die Realität zurück.

Auch waren die Bundesregierung und der Verfassungsschutz der Ansicht, dass Salafisten und andere islamistische Gruppen zwar Anwerbeversuche in Asylbewerberheimen unternehmen, aber wenig Erfolg haben würden, weil viele Flüchtlinge vor allem vor dem „Islamischen Staat“ (IS) geflohen waren.

Mittlerweile hat der Verfassungsschutz auch in dieser Frage neue Erkenntnisse. So sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen: „Bekanntermaßen sind unter den Asylsuchenden sehr viele junge Männer mit sunnitischer Konfession. Die kommen oft aus konservativen islamischen Milieus und wollen freitags in eine arabischsprachige Moschee gehen.“ Darunter seien wiederum zahlreiche salafistische Gebetshäuser: „Sie bilden ein Vorfeld der Radikalisierung. Das ist gefährlich. Deshalb haben wir eine Vielzahl unter Beobachtung genommen. In Deutschland ist es so, dass die arabischsprachige Moscheenlandschaft nicht organisiert ist. Von staatlicher Seite besteht da relativ wenig Einflussmöglichkeit.“

Die Anwerbeversuche salafistischer Gruppierungen häufen sich: „Es gibt bislang mehr als 340 Fälle, die uns bekannt geworden sind. Aber das sind nur die, von denen wir erfahren haben. Vermutlich gibt es mehr Fälle. Es bereitet uns Sorge, wenn Salafisten und andere Islamisten Werbung in den Asylunterkünften machen.“

Die Äußerungen Maaßens machen deutlich, wie hilflos die Sicherheitsbehörden der wachsenden Terrorgefahr gegenüberstehen: „Die Lehre daraus ist: Wir dürfen uns nicht nur konzentrieren auf den IS, der möglicherweise Terrorkommandos nach Europa schickt, wie in Paris oder Brüssel. Sondern es können auch Einzeltäter sein, die sich selbst radikalisieren oder Aufträge erhalten.“

Die Bundesregierung hat ein Problem, das absehbar war, über Monate hinweg ignoriert, um nun einen Spitzenbeamten vor die Öffentlichkeit treten zu lassen, der offen einräumt, dass der Asylzustrom zu Terrorimport geführt hat.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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