Bisher keine Lösung im Milch-Konflikt

| 30. Mai 2016 | Kommentieren

Viele Betriebe vor der Pleite

Foto: Timo Klostermeier  / pixelio.de

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Von Torsten Müller

Berlin – Der seit Jahren schwelende und immer mehr an Brisanz gewinnende Milchkonflikt geht in die nächste Runde. Viele landwirtschaftliche Betriebe stehen vor dem Ruin, weil die Milchpreise ihre Kosten nicht mehr decken können. Um halbwegs wirtschaftlich Milch produzieren zu können, sind pro Liter 35 Cent nötig. Aktuell liegt der Milchpreis aber bei 20 Cent.
Bundeslandwirtschaftminister Christian Schmidt (CSU) hat bisher kein Lösungskonzept präsentiert, das den Sorgen und Nöten der deutschen Milchbauern gerecht wird. Für den Deutschen Bauernverband (DBV) ist es klar, dass Molkereien und der Handel stärker in die Pflicht genommen werden müssen. Generalsekretär Bernhard Krüsken dazu wörtlich: „Wir müssen mit beiden Partnern zu neuen Formen der Zusammenarbeit kommen.“

Krüsken dazu weiter: „Wir brauchen bei den Molkereien mehr Verantwortung für Mengensteuerung.“ Sie müssten den Erzeugern bessere Rückmeldungen geben, welche Mengen zu welchen Preisen zu vermarkten seien. Vom Handel erwarte Krüsken ein klares Signal: „Das Verramschen von Milch muss aufhören“.

Die aktuelle Milchkrise in Deutschland ist ohne die Sanktionen gegen Russland nicht zu verstehen. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbands sollen die Sanktionen der Hauptgrund für den Milchpreisverfall sein, was wiederum vor allem Bayern trifft. Im Freistaat Bayern sind aktuell 34.000 Milchbauern aktiv, viele stehen vor der Pleite, weil ihre Betriebe nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können.

Mit Blick auf die Sanktionen gegen Russland ergänzt die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW): „Die Sanktionen schaden Russland ebenso wie den Mitgliedstaaten der EU – auch und vor allem Bayern.“ Russland ist einer der größten Käseimporteure, Deutschland wiederum ist einer der größten Käseproduzenten.

Die Bundesregierung sieht die Ursache des Milchpreisverfalls hingegen nicht bei den Sanktionen gegen Russland, sondern bei einem Überangebot an Milch, das die Preise wiederum nach unten drückt.

So lange die Bundesregierung an den Sanktionen gegen Russland festhält und damit nicht nur der russischen, sondern vor allem auch der deutschen Wirtschaft schadet, und so lange der Verramschung des Rohstoffs Milch durch die großen Einzelhandelsketen nicht entgegengewirkt wird , wird der Milchkonflikt nicht zu lösen sein.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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