BKA analysiert Gefährdung durch den „Islamischen Staat“

| 31. März 2016 | Kommentieren
Haupthaus des Bundeskriminalamtes am Standort Wiesbaden, Quelle: bka.de

Haupthaus des Bundeskriminalamtes am Standort Wiesbaden, Quelle: bka.de

BKA bewertet Fotomontagen

Von Torsten Müller

Berlin – Das Bundeskriminalität (BKA) hat mit Sorge auf die nun aufgetauchten Fotomontagen des „Islamischen Staates“ (IS) reagiert, in denen sie deutsche Wahrzeichen zeigen, die von Terroristen in Schutt und Asche gelegt wurden. Mit den Fotomontagen sollen Anhänger in Deutschland rekrutiert und bereits radikalisierte Islamisten und Salafisten dazu aufgefordert werden, ihrerseits in Deutschland aktiv zu werden. Der Dschihad soll nach Deutschland getragen werden.

Das BKA hat nun mit den Auswertungen der Netzpropaganda des IS begonnen. Auch wenn die Bilder nichts an der ohnehin schon hohen Gefährdung Deutschlands ändern, sagte eine Sprecherin des BKA: „Klar ist, dass Deutschland im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus steht und dass Anschläge passieren können.“ Auch sei es kein Zufall, dass die Bilder ausgerechnet kurz nach den Terroranschlägen von Brüssel aufgetaucht sind.

Dazu sagte nun der Terrorexperte Rolf Tophoven: „Hinter den Bildern steckt eine geschickte Propaganda und die Absicht, die Sicherheitsbehörden zu einer Reaktion zu zwingen und die Menschen hierzulande nervös zu machen.“ Man dürfe nun nicht hysterisch werden. Tophoven dazu weiter: „Natürlich muss das BKA auch die im Internet veröffentlichten Bilder prüfen und auch ernst nehmen, aber die konkrete Anschlagsgefahr ist jetzt nicht höher als sie vorher war.“

Der Terrorexperte Bruno Schirra bewertet die aktuelle Gefährdung Deutschlands anders. Es müsse zur Kenntnis genommen werden, dass im zurückliegenden Jahr rund 500 Islamisten aus Syrien und dem Irak über die Balkanroute zurück nach Deutschland gekommen sind. Auch stünden die einzelnen Terrorzellen, die es schon heute in unserem Land gibt, in engem Kontakt zueinander.

Schirra spricht im Zusammenhang mit den Bildern, die derzeit vom BKA unter die Lupe genommen werden, von psychologischer Kriegsführung. Ziel ist es, in der Bevölkerung ein tiefes Gefühl der Unsicherheit hervorzurufen. Schirra dazu weiter: „Dadurch wird das Gefühl der Lähmung, der Angst in der deutschen Gesellschaft massiv verstärkt.“

Welche Wirkung derartige Fotomontagen und Aufrufe haben können, macht Schirra auch deutlich: „Wir haben das ja auch schon erlebt, als am Frankfurter Flughafen ein Angreifer zwei US-Soldaten getötet hat.“ Er deutet auch an, dass die Gefahr in Deutschland vor allem von unberechenbaren Einzeltätern ausgeht: „Wenn jemand mit dem Messer unvermittelt auf andere Menschen einsticht, auf sie schießt oder mit dem Auto in eine Menschenmenge an einer Bushaltestelle fährt, lässt sich das nicht vorhersehen.“

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Kategorie: Allgemein, Politik

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