Buchbesprechung: Die große Enteignung

| 19. Mai 2017 | 1 Kommentar
Die große Enteignung von Janne Jörg Kipp

Die große Enteignung von Janne Jörg Kipp

Titel: Die große Enteignung
Autor: Janne Jörg Kipp
Erhältlich hier: Kopp-Verlag

Der Diplom-Ökonom Janne Jörg Kipp ist als ausgebildeter Wirtschaftsjournalist ein ausgewiesener Fachredakteur und bringt es in seinem Buch „die große Enteignung“ mit dem Untertitel bereits auf den Punkt, worum es in diesem geht: „Wie ein Kartell aus Banken, Politikern und multinationalen Konzernen die Bürger systematisch um ihre Ersparnisse bringt“. Im Vorwort nennt Kipp bereits eine für die heutigen Probleme mit verantwortliche Ursünde: „Die Staaten haben in Zeiten niedriger Zinsen mächtige Schulden aufgetürmt, die bei steigenden Zinsen nicht mehr bedient werden können.“ Zunächst erfolgen Beschreibungen der Gründung und Organisation von Weltbank, WTO, Federal Reserve, Goldman Sachs und des Geldsystems. Folgerichtig und logisch baut der Autor danach ein Szenario der “finanziellen Repression” auf, mit Beispielen aus jüngerer Vergangenheit, wie der Griechenlandkrise oder massiver Staatsverschuldung. Das Geldsystem mit seinem Kernelement der Geldschöpfung aus dem Nichts macht der Autor verantwortlich für Inflation, die er längst im Gange sieht. Die Geldmenge, ausgewiesen als M1, M2 oder M3, steigt und dies sei bereits Inflation, unabhängig wann die Preise am Markt mit einer Teuerung darauf reagieren.

Zum die Sparvermögen bedrohenden Kartell gehören Großbanken, multinationale Konzerne und Politiker. Diese haben, so der Autor, ein internationales Finanzsystem geschaffen, mit dem sie die globalen Finanzströme steuern, kontrollieren und nach ihrem Bedarf manipulieren können, um letztlich davon, auf Kosten anderer, reich zu werden. Die Analyse des Autors zeigt auf, dass dies nach einer langfristigen Strategie betrieben und verfolgt wird. Derzeit deutet vieles darauf hin, dass sich diese Entwicklung zuspitzt und in einer der größten Enteignungen der jüngsten Geschichte münden könnte. Der Autor benennt die Akteure wie beispielsweise Weltbank, EZB, FED und erläutert deren finanztechnisches Instrumentarium, dessen sich bedient wird. In Verfolgung ihrer Ziel schreckten die Akteure auch vor Schuldenschnitten, Staatsbankrotten und Währungsreformen nicht zurück, warnt der Autor. Unter anderem nennt der Diplomökonom das explosionsartige Anwachsen unbeglichener Forderungen der Deutschen Bundesbank gegenüber der EZB als ein alarmierendes Krisensymptom.

Aufschlussreich für den Kartellcharakter der sogenannten Hochfinanz sind die Feststellung, dass die acht größten US-Finanzinstitute zu 100 % von nur zehn Aktionären kontrolliert werden. Die Federal Reserve wird von vier Konzernen kontrolliert, wovon einer BlackRock ist, der entscheidend an den großen Rating-Agenturen Standard & Poor´s und Moody´s beteiligt ist. Insbesondere legt Kipp einige weitreichende Politikermärchen der jüngsten Zeit offen, sprich Ankündigungen bezüglich derer namhafte Politiker zeitlich versetzt gegenteilige Statements von sich gaben bzw. deren exaktes Gegenteil eintrat. Hierbei nennt er folgende wohl noch den Meisten erinnerlichen „Beruhigungspillen“: Keine dauerhaften Rettungsschirme, keine Finanzhilfen für Griechenland, kein griechischer Schuldenschnitt, Angaben zum Volumen der Rettungsschirme, keine Haftungsunion, die Sicherheit der Spareinlagen, Einzelfall Zyperns hinsichtlich der Einbeziehung von Bankkunden in Rettungsmaßnahmen.

Derzeitige Krisen an den Finanz- und Wirtschaftsmärkten werden in diesem Buch als Teile einer Zentralisierungs- und Enteignungswelle herausgearbeitet. Das entscheidende an diesem Buch ist jedoch die Schlussfolgerung aus den Analysen für den Einzelnen, in Form von konkreten Vorschlägen für die private Vermögensverwaltung. Der permanent auswuchernde Zugriff des Staates auf unser Vermögen – dies bringt Janne Jörg Kipp klar ans Tageslicht – stellt, spätestens nach der Lektüre dieses Buches, eine nicht mehr seriös zu leugnende Realität dar. Dies bringt Kipp klar zu Tage. Insgesamt folglich eine Kaufempfehlung für jeden, der sich für Geldanlagen und Strategien in schwierigen Zeiten interessiert, unabhängig vom Vorwissen. Der Autor kommt aus der Praxis und sein Buch liest sich auch für Finanzlaien flüssig und verständlich. Aufschlussreich und spannend liest sich vor allem, wie und wo die Superreichen ihre Finanzen anlegen. Aus allem entwickelt Kipp seine „Smart-Money-Strategie“. Insbesondere erteilt er eine entschiedene Absage an Kapitallebensversicherungen…aber lesen Sie doch am besten selbst!

Von Reinhold Meier

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Kategorie: Allgemein, Buchbesprechungen

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