Buchbesprechung: “Gekaufte Journalisten”

| 22. März 2017 | 1 Kommentar

Titel: Gekaufte Journalisten
Autor: Udo Ulfkotte
Erhältlich hier: Kopp-Verlag

Der unlängst verstorbene Buchautor Udo Ulfkotte kannte das Thema, dem er sein Buch „Gekaufte Journalisten – Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken“ widmete wie seine Westentasche, und man merkt bei der Lektüre, dass der Autor genau wusste, wovon er schreibt. Er studierte Kriminologie, Islamkunde und Politik, und arbeitete von 1986 bis 2003 für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Für Letzteres bekannte er, sich zu schämen. Lange Zeit war Udo Ulfkotte selbst in das Milieu von Korruption und Lüge verwickelt, über das er in diesem Buch umso glaubwürdiger schreibt. Gerade angesichts der zunehmenden Debatte um die Schlagworte „Fake-News“ und „Lügenpresse“ gewinnt das Buch an Aktualität und ist ein wertvoller Betrag in der Darstellung, wie anspruchsvoll es ist, „medienmündig“ zu sein. Die allein schon 23 Seiten Quellenangaben, die die Vorhaltungen des Autors stützen, zeigen, dass dieses faktenbasierte Enthüllungsbuch nicht einfach als „Verschwörungstheorie“ beiseite zu schieben ist.

Mit diesem Buch öffnete Ulfkotte den Vorhang und erlaubt einen Blick hinter die Kulissen, der einem regelrecht den Atem verschlägt. Er beschreibt beispielhaft wie Leitmedien mittels Tendenzberichterstattung manipulieren und sich bei schwerwiegendsten Fragen, wie der von Kriegseinsätzen zum verlängerten Arm der NATO-Pressestelle instrumentalisieren lassen. Schonungslos deckt Ulfkotte Lobbyverbindungen und Abläufe auf, anhand derer er deutlich macht, dass Meinungsvielfalt nur simuliert wird. Nachrichten stellen in einem erschreckenden Maße keine Information dar, sondern nehmen Züge einer Gehirnwäsche an. Ulfkotte scheut sich nicht, in seinem Buch zahlreich Namen zu benennen, wodurch er vermutlich umso mehr gezwungen war, äußerst exakt zu recherchieren, um Fehler zu vermeiden. Unabhängig von Einzelpersonen nehmen in dem Buch bestimmte Organisationen einen breiten Raum ein, von denen in der Öffentlichkeit wenig zu vernehmen ist, deren Einfluss allerdings als erheblich aufgezeigt wird. Hierbei ist die Rede von: Atlantik-Brücke, Trilaterale Kommission, German Marshall Fund, American Council on Germany, American Academy, Aspen Institute und Institut für Europäische Politik. Die Manipulation durch die enge Verzahnung von Politik, Medien und Wirtschaft wird streckenweise in Ausmaßen geschildert, dass einem das Gefühl beschleichen könnte, man würde in George Orwells dystopischen Roman „1984“ lesen.

Einer der vielen interessanten Sachverhalte, auf die im Buch aufmerksam gemacht wird, ist beispielsweise ein 2014 veröffentlichter Bericht von Human Rights Watch über die Einschränkung der Pressefreiheit in westlichen Demokratien durch die immer intensiveren Überwachungsmaßnahmen der US-Geheimdienste. Als Fazit dieses Buches könnte man eine Kapitelüberschrift heranziehen: „Unsere Medien: Gleichgeschaltet, obrigkeitshörig und rechercheunwillig“. Fest steht: Für jeden, der erfahren möchte, wie er selektive Information oder gar Desinformation erkennen kann oder wie die Schweigespirale funktioniert und es vielleicht gelingt, ihr zu entkommen, ist die Lektüre dieses Bestsellers geradezu ein Muss.

Von Reinhold Meier

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Kategorie: Allgemein, Buchbesprechungen

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