Die Kriminalität in Deutschland hat deutlich zugenommen

| 25. Mai 2016 | Kommentieren

Neue „Polizeiliche Kriminalstatistik“

Thomas de Maizière, Foto: Martin Rulsch

Thomas de Maizière, Foto: Martin Rulsch

Von Torsten Müller

Berlin – Die Zahlen der neuen „Polizeilichen Kriminalstatistik“ (PKS) machen deutlich, dass die Sicherheit in Deutschland abermals abgenommen hat. Die Gesamtzahl der Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr um 4,1 Prozent auf 6,33 Millionen Straftaten gestiegen. Die Aufklärungsquote lag bei 56,3 Prozent. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte trotzdem, dass Deutschland weiterhin ein sicheres Land sei. Doch er fügt hinzu: „Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt die Defizite unserer Gesellschaft auf. Sie ist ein Auftrag zum Handeln.“

Vor allem Bremen, Berlin und Hamburg weisen eine hohe Kriminalitätsbelastung auf. Auch Nordrhein-Westfalen hat mit starker Kriminalität zu kämpfen. Besonders alarmierend ist, dass der Anstieg der Gesamtkriminalität vor allem durch den Anstieg in den Bereichen Gewaltkriminalität, Diebstahl, Einbruchsdelikte, Warenbetrug und Rauschgiftdelikte verursacht wird, die das Sicherheitsgefühl der Bürger am meisten beeinflussen. Zur Gewaltkriminalität heißt es in der PKS wörtlich: „Der seit dem Jahr 2009 festgestellte Rückgang der Gewaltkriminalität hat sich im aktuellen Berichtsjahr
nicht fortgesetzt. Die Anzahl der registrierten Fälle stieg, wenn auch nur geringfügig.“

Zu den aktuellen Zahlen sagte der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster: „Die Entwicklung ist alles andere als harmlos. Es gibt bei der Gewaltkriminalität eine extrem hohe Dunkelziffer. Das bedeutet: Ein Anstieg im Hellfeld weist auf einen starken Anstieg im Dunkelfeld hin. Hier müssen die Ermittler ansetzen. Denn: Jedes Gewaltopfer ist ein Opfer zuviel!“

Eine weitere Erkenntnis, die aus der PKS zu ziehen ist, ist die Zunahme von Verrohung und Brutalisierung im öffentlichen Raum. Dazu kommentiert der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Stephan Meyer (CSU): „Die Brutalisierung im öffentlichen Raum nimmt zu. Das ist das Ergebnis der wachsenden Polarisierung in der Gesellschaft. Die Gesellschaft driftet immer weiter auseinander, die Respektlosigkeit in den Umgangsformen und in den sozialen Netzwerken wächst. Die Justiz muss entsprechende Vergehen deutlich aburteilen. Nur das hat eine abschreckende Wirkung.“

Ähnliche Rückschlüsse aus der PKS zieht auch der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt: „Die Verrohung der Gesellschaft nimmt zu, die Hemmschwelle zur Gewalt sinkt. Einfachste Streits eskalieren bereits.“

Der Abbau polizeilicher Strukturen beginnt sich immer mehr zu rächen, was sich vor allem am Sinken der Aufklärungsquote in vielen Deliktbereichen verdeutlichen lässt.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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