Düsseldorf liegt im Fadenkreuz islamistischer Terroristen

| 3. Juni 2016 | Kommentieren

IS plante Terroranschlag

Präsident Dr. Hans-Georg Maaßen, Foto: verfassungsschutz.de

Präsident Dr. Hans-Georg Maaßen, Foto: verfassungsschutz.de

Von Torsten Müller

Düsseldorf – Das Bundeskriminalamt (BKA) hat bereits vor einigen Wochen darauf hingewiesen, dass zahlreiche Hinweise darauf vorliegen, dass sich unter die hunderttausenden Asylbewerber und Flüchtlinge, die im vergangenen Jahr nach Deutschland geströmt sind, auch potentielle Terroristen gemischt haben.

Nun ließ die Bundesanwaltschaft mehrere Syrer festnehmen, die terroristische Anschläge in der Altstadt von Düsseldorf geplant haben sollen. Mindestens zwei der Syrer sollen über die Balkanroute als sogenannte Flüchtlinge nach Deutschland gelangt sein. Die Festnahmen erfolgten in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Brandenburg. Die zwei als Asylbewerber in Deutschland lebenden Syrer wurden in Leimen bei Heidelberg und im brandenburgischen Wriezen festgenommen. Der in Brandenburg festgenommene Syrer war zwischenzeitlich abgetaucht, erst am Mittwoch war er wieder in der Asylbewerberunterkunft erschienen und habe seine Unterstützungsleistung in Höhe von 390 Euro abgeholt.
Die mutmaßlich vom „Islamischen Staat“ (IS) gesteuerte Terrorzelle wollte in der Düsseldorfer Altstadt zwei Sprengstoffanschläge verüben und anschließend mit Gewehren so viele Passanten wie möglich töten.

Die Festgenommen sollen sich im Jahr 2014 dem IS angeschlossen und von dessen Führung die Weisung erhalten haben, in Düsseldorf einen Terroranschlag zu verüben.

Das Bundesinnenministerium machte deutlich, dass die Gefährdungslage in Deutschland unverändert hoch sei. Deutschland befinde sich weiterhin „ebenso wie andere europäische Staaten im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus“. Auch der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) erklärte mit Blick auf Großveranstaltungen, dass nun nochmals überprüft werden müsse, „ob alles Erdenkliche getan worden ist, um solche Veranstaltungen so sicher wie nur möglich zu machen“.

Die Festnahmen führen wieder einmal vor Augen, wie groß die Gefahr des islamistischen Terrorismus in Deutschland mittlerweile ist und wie falsch und realitätsfern es war, die Risiken, die mit dem Asylzustrom einhergehen, beharrlich zu leugnen. Selbst der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hatte vor einigen Monaten einräumen müssen, dass es falsch gewesen sei, diese Gefahr weitestgehend auszublenden.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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