Edelmetalle auf dem Weg zu neuen Preishochs!

| 25. April 2017 | 1 Kommentar

Gastbeitrag des Börsenfachwirts, Technischen Analysten und Geschäftsführer der Argentuminvest GmbH Richard Mayr

Richard Mayr

Richard Mayr

Zum Autor Richard Mayr:

Der Börsenfachwirt und Technische Analyst Richard Mayr ist seit 2005 Geschäftsführer der Edelmetallhandelsfirma Argentuminvest GmbH mit Sitz in Straubing/Niederbayern. Zu seinen Analysemethoden zählen langfristige Zyklen, Preis-Ratios und die Sentiment-Analyse. Er war Mitbegründer der Internationalen Edelmetallmesse in München und war viele Jahre als Regionalgruppenmanager der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands (VTAD) e.V. aktiv. Seit 2004 ist Richard Mayr als Investor Relations Manager für börsennotierte Minengesellschaften tätig und ist in der kanadischen Minenbranche sehr gut vernetzt. www.argentuminvest.de

Im Sog von Politik, Inflation und Verschuldung

Im letzten Jahr entwickelte sich der Gold- und Silberpreis für Edelmetallinvestoren sehr positiv. Politische Großereignisse wie der Brexit oder der Wahlsieg Donald Trumps in den USA waren maßgeblich für größere Kursbewegungen der Edelmetalle auf Eurobasis verantwortlich. Am vergangenen Wochenende fanden die Vorwahlen in Frankreich statt, am 7. Mai fällt dort die Entscheidung zwischen einem pro-EU-Kurs unter dem sozialliberalen Emmanuel Macron oder einem Contra-EU-Kurs unter Marine Le Pen der konservativen Partei Front National. Ein Austritt Frankreichs als zweitgrößter Volkswirtschaft innerhalb Europas würde das Euro-System endgültig sprengen und exorbitante Marktverwerfungen mit sich bringen. Dies wäre der Startschuss für die Endphase der Edelmetallhausse mit signifikanten neuen realen Preishochs auf Eurobasis und einer zwangsläufigen Währungsneuordnung in Europa. Aufgrund der stark geänderten Sicherheitslage in Europa und dem Unmut vieler Bürger durch die ungebremste Flüchtlingswelle und die Ohnmacht unserer Willkommenspolitiker darf man gespannt auch von Überraschungen bei der Bundestagswahl in Deutschland ausgehen, falls der deutsche Wähler seinem aufgestauten Unmut Luft verschaffen sollte. Den Wahlprognosen zumindest sollte man nach dem Brexit und der Wahl Trumps eher keinen Glauben mehr schenken. Zu sehr sind die Meinungs-„Macher“-Institute mit den Mainstream-Medien, der Politik und der Hochfinanz vernetzt, um Meinungen nicht zu erforschen, sondern zu manipulieren.

Die Target-2-Falle

Chart Target-2 Salden, Quelle: Querschuesse.de, 
Weiterführender Link:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/die-target-falle-von-hans-werner-sinn-auf-verlorenem-rechnungsposten-a-859508.html

Die exorbitante Verschuldung Deutschlands nimmt neben der offiziellen Zahl von aktuell 2,29 Billionen Euro auch über die Hintertür des Target-2-Saldos der Deutschen Bundesbank zu. Ursprünglich diente das Target-2-System zum Ausgleich des Zahlungsverkehrs für nationale und grenzüberschreitende Zahlungen. Innerhalb der letzten Jahre ist es aber zu einer Sondermülldeponie für europäische Ausfallanleihen mutiert, ohne dass die Mainstream-Medien darüber berichten oder die Öffentlichkeit groß Notiz davon nimmt. Einzig Prof. Hans-Werner Sinn*, einst Chef des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, warnte frühzeitig vor den sich anbahnenden Gefahren und Ausfallrisiken für den deutschen Steuerzahler. Zum 31. März 2017 beliefen sich die Forderungen der Bundesbank auf unglaubliche 829,751 Mrd. Euro aus dem Target-2-System und katapultieren im Grunde die deutsche Staatsverschuldung auf über 3,12 Billionen Euro. Dieses Mal befindet sich Deutschland ganz ohne Weltkrieg wieder auf Weg zur Hyperinflation – die Weimarer Republik lässt grüßen.

Gold auf Dollarbasis

Chart Gold langfristig

Chart Gold langfristig

Der Goldpreis markierte am 22.8.2011 ein neues nominales Allzeithoch bei 1.909,08 Dollar. Dieses signifikante Preishoch läutete eine mehrjährige Korrektur bei Gold und Silber ein, welche Ende 2015 nach dem Ausbilden einer W-Umkehrformation beendet wurde. Ein neues Zwischentief wurde bei 1.050,38 Dollar markiert, eine Korrektur um fast 45 Prozent. Der seit 2001 verlaufende primäre Aufwärtstrend bei Gold verläuft bei diesem Tief und wurde nicht gebrochen. Das aktuelle Zwischenhoch wurde am 6.7.2016 bei 1.366,29 Dollar markiert. Auf Jahresbasis konnte Gold vom 2.1.2016 bei 1.050,38 Dollar zum 30.12.2016 bei 1.150,90 Dollar um 9,57 Prozent zulegen.

Gold 5 Jahre

Gold 5 Jahre

Pünktlich zum Jahresbeginn 2017 bewegt sich der Goldpreis weiter nach oben und die 200-Tagelinie ist wieder am Steigen. Die psychologische und charttechnisch wichtige Marke von 1.300 Dollar erwies sich 2016 als starker Widerstand, der bei der neuen Bewegung nach oben signifikant gebrochen werden muss. Aktuell befinden wir uns nach einem kurzen Rücksetzer wegen des ersten und noch nicht aussagekräftigen Frankreich-Wahlgangs bei 1.274,20 Dollar. Beim Überspringen von 1.300 Dollar steht der Weg zu den nächsten Marken bei 1.338,71 Dollar und 1.386,50 Dollar frei. Längerfristiges Kursziel bleibt das Schließen der Kurslücke vom April 2013 bei rund 1.560 Dollar.

Silber auf Dollarbasis

Chart Silber langfristig

Chart Silber langfristig

Silber hat am 28.4.2011 sein letztes nominales Kurshoch bei 48,27 Dollar erreicht. Der langfristige Aufwärtstrend verläuft bei ca. 10 Dollar, das Zwischentief der Kurskorrektur wurde im Dezember 2015 bei 13,69 Dollar markiert, was einem Verlust von 71,63 Prozent zum Hoch entspricht. Wie sein großer Bruder Gold konnte auch Silber zwischen Ende 2015 und Januar 2016 eine W-Umkehrformation ausbilden und sich im letzten Jahr stark entwickeln. Ein neues Zwischenhoch wurde am 2.8.2016 bei 20,60 Dollar generiert. Auf Jahresbasis konnte Silber 2016 um 14,24 Prozent von 13,90 auf 15,88 Dollar zulegen. Aktuell liegt der Kurs bei 17,87 Dollar. Wie bei Gold steigt die 200-Tagelinie seit Jahresbeginn wieder an. Die nächsten Kursziele liegen nun bei der psychologisch wichtigen Marke von 20 Dollar und charttechnisch bei 21,43 Dollar, 21,93 Dollar und 24,55 Dollar. Wie bei Gold sollte nach deren Überwindung dann das Schließen der Kurslücke vom April 2013 bei einem Niveau von circa 27 Dollar als neues Kursziel angepeilt werden.

Silber 5 Jahre

Silber 5 Jahre

Im letzten Jahr konnten sich im Sog des Silberpreisanstiegs die Silberminenaktien dank des Hebeleffekts überproportional gut entwickeln. Auch 2017 sollte dies wieder der Fall sein. Dank der starken Korrektur im letzten Jahr ist der Sektor derzeit nicht mehr überkauft und bietet attraktive Einstiegskurse. Das Gold-Silber-Preisratio, der Gradmesser der Bewertung von Gold zu Silber, steht aktuell bei 71,3 und weist auf die stärkere Entwicklung von Silber zu Gold im mittelfristigen Anlagehorizont hin.

Fazit

EZB-Bilanzsumme

EZB-Bilanzsumme

Dank der Nullzinspolitik und dem Gelddruckwahn der Europäischen Zentralbank und der amerikanischen Federal Reserve und der daraus resultierenden Inflation haben sich wieder Blasen am Immobiliensektor und den Aktienmärkten aufgebaut, die nach einer starken Korrektur im Stile eines schwarzen Freitags schreien. Die Haussebewegung der Edelmetalle setzt sich in diesem Jahr fort und der übergeordnete Bullenmarkt geht seinem fulminanten Ende mit neuen realen Preishochs entgegen. Profiteure der Entwicklung werden ganz klar Anleger im Minenaktiensektor sein, jedoch sollte man in erster Linie auch physische Edelmetallbestände in der aktuellen Situation horten, um für alle möglichen Ausfallrisiken bestens gerüstet zu sein.

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Kategorie: Allgemein, Finanzen

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  1. Edelmetalle auf dem Weg zu neuen Preishochs! – Der Freiheitliche : Der Freiheitliche | 26. April 2017

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