Erneuter Ausgabenrekord bei Entwicklungshilfe!

| 14. April 2016 | Kommentieren
Baracken in Afrika / Entwicklungshilfe

Baracken in Afrika / Entwicklungshilfe

Official Developement Assistance – Entwicklungshilfe

Von Rüdiger Dietrich

Berlin – Ob die sogenannte Entwicklungshilfe ein Ausdruck solidarischen Verhaltens oder doch nur ein lukratives Geschäftsmodell ist, oder sowohl als auch, wurde bereits vielfach diskutiert. Fakt ist zumindest, dass trotz stetig gesteigerter Anstrengungen die Zahl der Entwicklungsländer nicht nur keineswegs geringer wurde, sondern es sich zudem häufig seit inzwischen Jahrzehnten um ein und die selben Entwicklungsländer handelt. Aktuell wurde mit 116,4 Mrd. € von 34 Geberländern wieder einmal ein neuer Rekord erreicht. Die seitens der Europäischen Union (EU) aufgebrachten ca. 68 Mrd. € stellen auch für diese einen weiteren Ausgaberekord dar, wenngleich damit noch nicht einmal der anvisierte Zielwert von 07 % des Bruttoinlandsprodukts erreicht wurde, sprich mit anhaltenden Ausgabesteigerungen dürfte ebenso in den kommenden Jahren zu rechnen sein. Und auch Deutschland hat mit seinem Anteil von etwa 16 Mrd. sogenannter ODA-Mittel einen Ausgabenrekord vorzuweisen. Noch 2009 lag der hierfür aufgewendete Betrag bei 8,7 Mrd. €.

Weltweit betrachtet war im vergangenen Jahr ein Anstieg der Ausgaben für Entwicklungshilfe um 6,9 % zu verzeichnen, für Deutschland betrug der Anstieg sogar stattliche 26 %. Ungeachtet der offensichtlich weitgehenden Wirkungslosigkeit der bisher geleisteten Entwicklungshilfe ließe sich auch trefflich darüber streiten, ob ein festgesetzter Prozentsatz vom Bruttoinlandsprodukt überhaupt eine sachgerechte Kalkulationsgrundlage darstellt, die Notwendigkeit von Entwicklungshilfeleistungen finanziell zu unterfüttern. Vielmehr möchte man doch in diesem Zusammenhang an konkrete ergebnisorientierte Evaluationen denken, als an Zahlungsautomatismen. Auf die Bundesrepublik Deutschland bezogen wiesen Studien in der Vergangenheit bereits darauf hin, dass Deutschland entwicklungshilfepolitisch mit 132 Partnerländern verbunden ist, wodurch möglicherweise eine ineffiziente Verzettelung bereits vorprogrammiert scheint. Insgesamt sollen nach verschiedenen Berechnungen in den vergangenen 50 Jahre bis zu zwei Billionen Dollar Entwicklungshilfe nach Afrika geflossen sein. Das Resultat davon darf wohl getrost als geradezu verheerend bezeichnet werden. Im Vergleich zu manchen asiatischen Entwicklungsländern fiel der schwarze Kontinent in einigen Teilen sogar weiter zurück.

Laut einer Weltbank-Studie wurde festgestellt, dass auf sage und schreibe 85 % der ausgewiesenen Entwicklungshilfemittel eine Fehlleitung der Hilfsgelder nachzuweisen gewesen sein solle. Interessant ist, dass die bislang praktizierte Form der Entwicklungshilfe sogar seitens namhafter Afrikaner selbst stark kritisiert wird, da sie in den meisten Fällen alles andere als die viel bemühte Hilfe zur Selbsthilfe darstellt. Der kenianische Ökonom James Shikwati beispielsweise, aber auch andere sprachen zuweilen von einer zu einem Entwicklungsstillstand führenden Entmündigung. Unbestreitbar dürfte in jeder Hinsicht der Sinn von finanziellen Transfers der Geberländer hinterfragt werden, solange nicht verhindert wird, dass Konzerne aus selbigen Ländern sich am sogenannten Land-Grabbing in den Entwicklungsländern beteiligen, wodurch den dort Lebenden deren Lebensgrundlagen entzogen werden. Fazit: Viel Geld, aber wenig Wirkung!

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Kategorie: Allgemein, Politik

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