Experten erwarten 2016 Zunahme der Immobilieninvestments in Deutschland

| 13. Mai 2016 | Kommentieren
Immobilienmarkt, Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Immobilienmarkt, Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Immobilienmarkt

Von Friedrich Walstadt

Berlin – Immobilien spielen seit geraumer Zeit für private wie für professionelle Investoren bei Pensionsfonds, Banken oder Versicherern eine bedeutende Rolle, wie eine Entscheiderumfrage, die von der Soravia Capital GmbH in Kooperation mit dem Branchendienst REFIRE durchgeführt wurde, zeigt. Nach Meinung von 80 befragten Fach- und Führungskräfte sind dabei zu 69 % vor allem Wohnimmobilien gefragt, gefolgt von Büroflächen zu 53 % und Einzelhandelsobjekten zu 44 %. Der Investorenfokus liegt laut Umfrage auf dem deutschen Markt, gefolgt von Großbritannien und Österreich. Nachdem 86 % der befragten Fach- und Führungskräfte davon ausgehen, dass sich die Nachfrage in diesem Jahr ähnlich verhalten wird wie 2015, zeichnet sich auch für 2016 ab, dass Immobilien im Portfolio eine wichtigere Rolle spielen werden als andere Assetklassen. In Sachen Projektfinanzierung geht der Trend zunehmend in Richtung Private Equity als gefragtestes Finanzierungskonzept, gefolgt von Real Estate Joint Ventures und Debt Funds sowie etwa ein Drittel der Experten auch das Crowdfinancing auf dem Vormarsch sieht.

Laut diverser Studien stellt sich in Phasen der Wertsteigerung eines Objekts ein auf Eigennutzung abzielender Immobilienkäufer besser als ein Mieter mit anderweitiger Kapitalanlage. Beispielsweise stellte „Stiftung Warentest“ dafür einen hypothetischen Immobilienkäufer von 100 Quadratmeter zu 180.000 € einem Immobilienmieter, der sein Vermögen mit vier Prozent Verzinsung im Jahr auf der Bank angelegt hat, gegenüber. Allerdings ist zu den Immobilienwertsteigerungen in den Metropolregionen ein gegenläufiger Trend in vielen ländlichen Gegenden zu verzeichnen. Eine Veränderung aufgrund der gestiegenen Marktpreise ergab sich für Anleger, die langfristig in eine vermietete Eigentumswohnung investieren. Waren vor zwei Jahren noch langfristige Immobilien-Renditen um die fünf Prozent zu erwarten, sind es derzeit noch zwei bis drei Prozent, was allerdings immer noch über den üblichen Bankzinsen liegt. Die Konditionen für zehnjährige Immobilienkredite bewegen sich seit fast zwei Monaten nahezu unverändert um die 1,5 %.

Laut Interhyp-Bauzins-Trendbarometer wird sich an dem aktuellen Zinsniveau in den kommenden Monaten nichts Grundlegendes ändern. Nicht zuletzt hält die EZB-Politik kurz- bis mittelfristig die Baugeldzinsen tief, und die Mehrheit der Marktteilnehmer geht davon aus, dass auch die Renditen der Bundesanleihen weiterhin niedrig bleiben, zumindest solange keine erheblichen Zinserhöhungen der amerikanischen Notenbank erfolgen. „Die Marktteilnehmer gehen mehrheitlich davon aus, dass die Renditen der Bundesanleihen weiterhin niedrig bleiben und sich in einem Korridor seitwärts bewegen“, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG. „Trotz des billigen Geldes wird vor allem indirekt viel Eigenkapital in Immobilienprojekte fließen“, äußerte aktuell Charles Kingston vom Medienpartner REFIRE., demzufolge beispielsweise 67,5 % der Entscheider erwarten, dass indirekte Immobilieninvestments 2016 zunehmen.

Laut den Volkswirten der Bank für Internationalen Zahlenausgleich (BIZ) haben die inzwischen 10 % über dem langfristigen Trend liegenden Immobilienpreise in Deutschland eine kritische Schwelle überschritten. Der Empirica-Blasenindex stieg gegenüber dem Vorquartal um 0,04 Punkte, liegt aber weiterhin unter dem Ursprungsniveau des Referenzjahres 2004. Der Einzelindex „Wohnbaukredite“ stieg überproportional um 0,09 Punkte und liegt damit erstmals seit 2004 über dem „gefahrlosen“ Referenzwert. Für acht der zwölf betrachteten Großstädte wird laut Empirica inzwischen eine „eher hohe Blasengefahr” indiziert, für keine der zwölf Großstädte wird jedoch eine „hohe“ Blasengefahr indiziert. Dies trifft vielmehr in einigen kleineren Städten zu, darunter beispielsweise Regensburg. Nach Berechnungen von vdp Research fließen allerdings fast zwei Drittel der Finanzierungen in Bestandsobjekte, was zumindest nicht auf eine Finanzierung eines Überangebots hindeutet, zudem liegt trotz der derzeitige Hausse die Nachfrage nach wie vor über dem Wohnungsbau.

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Kategorie: Allgemein, Immobilien

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