Gerald Feig von Flex Fonds Capital AG sieht BaFin in der Pflicht!

| 2. Juli 2017 | Kommentieren

Restrukturierungen beim Private FLEX Fonds 1 zu 70 % umgesetzt

Gerald Feig, Vorstandsvorsitzender der Flex Fonds Capital AG

Gerald Feig, Vorstandsvorsitzender der Flex Fonds Capital AG

Schorndorf – Gerald Feig, Vorstandsvorsitzender der Flex Fonds Capital AG, legte unlängst gegenüber Cash dar, was seiner Ansicht nach eine der größten Herausforderungen der Branche darstellt. Dabei sprach Feig ein Problem an, von dem zahlreiche ältere Fonds betroffen sind. Konkret geht es um die Übergangsregelung im Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), mit dem im Juli 2013 umfangreiche Vorschriften für alternative Investmentfonds (AIF) eingeführt wurden. Der Umgang mit den Bestandsfonds, also den Fondsanlagen, die vor dem 21. Juli 2014 konzipiert und platziert wurden, gehört unbestritten zu den größten Herausforderungen der Branche. Fonds, die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des KAGB bereits aufgelegt waren, wurden von dem Gesetz ausgenommen, sofern diese nach dem Stichtag keine “zusätzlichen Anlagen” mehr vornahmen. Darunter subsumiert werden Anlagen nicht allein auf weitere Objekte oder auf die Platzierung von frischem Eigenkapital, sondern ebenso Investitionen im Bestand, und zwar unabhängig, ob aus vorhandenen Mitteln oder durch neues Fremdkapital finanziert. Laut Angabe des Bundesverbandes für Sachwerte und Investmentvermögen (BSI) haben sich die meisten Anbieter für den Bestandsschutz entschieden.

Das neu eingeführte Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) verbietet bei den Fonds, die Bestandsschutz genießen, jede Art von Erweiterungsinvestitionen, soweit sie in die Grundrissgestaltung eingreifen. Diese Restriktionen können sich insbesondere mit Blick auf den Einzelhandel selbst für potentiell profitable Immobilieninvestments zum Problemfall mit entsprechendem Verlustpotential entwickeln. Die BaFin gestattet zwar Erweiterungsinvestitionen sofern sie für die Werterhaltung erforderlich sind, doch lediglich solange diese die 20-Prozent-Grenze nicht überschreiten. Grundsätzlich problematisch wird es bei höhere Kosten, wesentlichen Umgestaltungen und sämtlichen Investitionen zur Wertsteigerung bereits vorhandener Objekte. Gesetzt vorgenannter Fälle gilt der Fonds automatisch als voll KAGB-pflichtigen AIF, mit der Folge der die Beauftragung einer Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) und einer Verwahrstelle, Anpassung des Gesellschaftsvertrags sowie Einhaltung der seitens der BaFin zu genehmigenden Anlagebedingungen. Bei Flex Fonds Capital AG sollen nun die Portfolios restrukturiert (Nortexa berichtete: http://www.nortexa.de/anlegerabstimmung-folgt-flex-fonds-neustrukturierungskonzept/) und in einen AIF überführt werden. Laut Vorstandsvorsitzendem Gerald Feig besitzt Flex Fonds die Möglichkeit hierzu, weil das Unternehmen über eine eigene KVG-Zulassung verfügt.

Die eingeleiteten Maßnahmen beim Private FLEX Fonds 1 heißt es, seien mit erfreulicherweise über 70% bereits erfolgreich umgesetzt und realisiert worden. Im konkreten Fall nütze die Fonds-Geschäftsführung das günstige Immobilienmarktumfeld zum Abverkauf der Objekte, deren Leerstand in Kürze droht, oder die in Not geratene Bank eine Rückforderung der Darlehen einfordert. Die Geschäftsleitung rechnet damit, dass die Maßnahmen noch in diesem Jahr weitgehend erfolgreich abgeschlossen sein werden und ab 2018 wieder Ausschüttungen erfolgen, wenngleich wohl nicht in gewohnter Höhe von oberhalb der 5%. Allgemein sieht Gerald Feig nicht zuletzt im Sinne der Anleger die BaFin in der Pflicht, seine Regeln anzupassen. Feig kann keinen vernünftigen Grund erkennen, weshalb wertsteigernde Investitionen weiterhin generell ausgeschlossen sein sollen.

Von Friedrich Walstadt

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Kategorie: Allgemein, Finanzen

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