Gibt es auch in Saarbrücken eine Rütli-Schule?

| 14. Dezember 2017 | 1 Kommentar

Brandbrief betroffener Lehrer

Quelle: saarland.de

Quelle: saarland.de

Saarbrücken/Berlin – Der Name der Rütli-Schule ging vor rund zehn Jahren durch die bundesweite Presse, weil Lehrer unzumutbare Zustände beklagten. Vor allem Schüler mit Migrationshintergrund zeigten keinerlei Respekt gegenüber den Lehrern, die einem alltäglichen Spießrutenlauf ausgesetzt waren. Seither hat sich in Berlin wenig geändert. Man hat sich an die Verhältnisse einfach gewöhnen müssen.

Nun haben die Lehrer einer Saarbrücker Gemeinschaftsschule einen Brandbrief an die saarländische Landesregierung verfasst, in dem sie die Zustände an der eigenen Schule anprangern. Vor allem Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) sollen die Probleme vor Ort verdeutlicht werden.

Die Probleme seien Aggressionen und Gewaltbereitschaft, aber auch Respektlosigkeit, Frauenverachtung und Sexismus. Lehrer haben mittlerweile Angst, bestimmte Klassen zu unterrichten. So soll es auch schon zu Zwischenfällen mit Messern und Pfefferspray gekommen sein.

Die Kritik richtet sich auch gegen die übereilte und schlecht vorbereitete Inklusion. Wer Inklusion „radikal“ umsetze, müsse auch die „notwendigen Voraussetzungen in personeller, materieller, sächlicher und räumlicher Hinsicht“ schaffen, „sonst sind wir Lehrer/innen zunehmend belastet“, so die Autoren des Brandbriefs.

Der Saarländische Lehrerverband hat in diesem Kontext vor einigen Wochen ein Musterformular für eine Überlastungsanzeige veröffentlicht, mit der Lehrer deutlich machen können, dass „die massive Überlastung (…) die ordnungsgemäße Erfüllung meiner Aufgaben aus sachlichem Grund nicht mehr gewährleistet und Fehler sowie erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen für meine Person daraus resultieren könnten.“

Seitens des Lehrerverbandes heißt es mit Blick auf den nun veröffentlichten Brief: „Fast täglich erreichen uns mittlerweile die Hilferufe aus den Gemeinschaftsschulen, die sich den Anforderungen im Schulalltag nicht mehr gewachsen sehen. Immer häufiger kämen Beschwerden auch aus den ländlicheren Regionen.“ Die Gemeinschaftsschule in Saarbrücken ist also kein Einzelfall.

Die Lehrergewerkschaft GEW sprach sich nun dafür aus, dass die Vergabe finanzieller Mittel stärker daran orientiert werden sollte, wo es zur Entwicklung von Brennpunkten kam.

Migration und Inklusion erweisen sich mehr und mehr als politische Experimente, die sowohl für die Lehrer als auch für viele Kinder zu einer enormen Belastung geworden sind.

Torsten Müller

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Kategorie: Allgemein, Politik

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