Grüne rufen zu Fahnen-Boykott auf

| 14. Juni 2016 | Kommentieren

Fußball-Europameisterschaft

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Von Torsten Müller

Berlin – Nach dem stellvertretenden AfD-Chef Alexander Gauland und seinen umstrittenen Äußerungen über den deutschen Nationalspieler Jerome Boateng ist nun die Grüne Jugend wegen einer skurrilen Äußerung mit Blick auf die Fußball-Europameisterschaft ins Zentrum der Kritik gerückt. Die Grüne Jugend Rheinland-Pfalz hat auf ihrer Facebook-Seite einen Beitrag veröffentlicht, in dem sie dazu aufruft, auf deutsche Nationalfahnen bei der EM zu verzichten.

So heißt es in dem Beitrag wörtlich: „Nationalismus ist eine Form von Patriotismus. Wer sich als patriotisch definiert, grenzt Andere aus. Die Wirkung von Patriotismus hat immerzu Konsequenzen und wird besonders dort deutlich, wo er sich als aggressive Form darstellt und das Andere als Feind stigmatisiert. Zur Fußballeuropameisterschaft fordern wir alle Fans dazu auf, nationalistischem Gedankengut keinen Raum zu lassen! Fußballfans Fahnen runter!“

Der Beitrag hat in dem sozialen Netzwerk einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Tausende Menschen haben scharfe Kritik an dem Aufruf zum Fahnen-Boykott geübt. Die Partei-Jugend versuchte im Anschluss zu relativieren, bliebt grundsätzlich aber bei ihrer Haltung: „Es war nie unsere Absicht, Menschen unter Generalverdacht zu stellen. Die vielen Hasskommentare, die sexistischen Äußerungen und die Nazi-Propaganda unter unserem Facebook-Post zeigen, dass dieser ,unverkrampfte’ Patriotismus doch nicht so harmlos daherkommt, wie es von manchen allzu oft behauptet wird.“

Selbst den Grünen ging der Vorstoß ihrer Jugendorganisation nun zu weit. Die rheinland-pfälzische Grünen-Landesvorsitzende Katharina Binz sagte dazu: „Wenn Fans die Nationalmannschaft unterstützen und dies mit Fahnen zum Ausdruck bringen, ist dies Ausdruck von Fankultur. Wenn Menschen die Mannschaft unterstützen und sich z. B. Fahnen auf die Wangen malen, ist das kein nationalistisches Verhalten.“

Auch der Generalsekretär der CSU, Andreas Scheuer, verteidigte das Tragen der Nationalfarben. Eine „Unterstützung unserer Jungs“ mit den Nationalfarben gehöre „zum Sommermärchen und ist gesunder Patriotismus“. Zur Grünen Jugend sagte er: „Besser ein Patriot als ein Idiot.“

Der SPD-Politiker Johannes Kahrs twitterte: „Wie peinlich ist denn das. Jetzt häng‘ ich mir wieder ’ne Deutschlandflagge über den Strandkorb. Jawohl.“

Die Grünen täten wohl gut daran, die Umtriebe in der eigenen Jugendorganisation etwas intensiver in den Blick zu nehmen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Grüne Jugend ihren Hang zum Linksextremismus offen zutage treten lässt.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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