Härteres Vorgehen gegen Kriminelle in Neukölln

| 31. März 2016 | Kommentieren
Heinz Buschkowsky am 18. Januar 2013, Bild: Kochel86,  CC BY 2.0

Heinz Buschkowsky am 18. Januar 2013, Bild: Kochel86, CC BY 2.0

Problembezirk Neukölln

Von Torsten Müller

Berlin – Der ehemalige Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) hatte es in seinem Bestseller „Neukölln ist überall“ auf den Punkt gebracht: Neukölln ist ein Problembezirk und wird es vermutlich bleiben. Kaum ein anderer Stadtteil einer deutschen Großstadt gilt so sehr als Symbol für islamische Parallelgesellschaften und gescheiterte Integration. Teile Neuköllns gelten der Polizei zufolge als No-Go-Area.

Als vor rund zehn Jahren die Neuköllner Rütli-Schule bundesweit bekannt wurde, überschlugen sich Politiker aller Parteien mit klugen Lösungsvorschlägen. Doch bisher ist nichts Nennenswertes geschehen, das geeignet wäre, die Kriminalität im Bezirk zurückzudrängen.

Die Jugendrichterin Kirsten Heisig initiierte das sogenannte „Neuköllner Modell“, das zum Ziel hatte, jugendliche Straftäter auch bei vermeintlich kleineren Delikten schnell vor Gericht zu bringen, um zu verhindern, dass aus ihnen Intensivstraftäter werden. Auch sollten Polizei und Staatsanwaltschaft frühzeitiger miteinander kooperieren. Nach dem Tod Heisigs im Jahr 2010 war das Konzept aber nicht mit der Intensität weiterverfolgt wurden, die nötig gewesen wäre, um es erfolgreich zu praktizieren.

Nun hat sich Jugendstadtrat Falko Liecke dafür ausgesprochen, ein ähnliches Konzept zu verfolgen, das schnelle Urteile, härtere Strafen und die Einbeziehung der Familien der Straftäter vorsieht. Liecke dazu wörtlich: „Wir wollen jetzt noch einen Schritt weiter gehen, um junge Verbrecher zu stoppen. Ob wir eine kriminelle Karriere verhindern können, hängt stark von den Familien ab.“

Mehr als 80 Prozent der jugendlichen Wiederholungstäter stammen aus türkischen oder arabischen Elternhäusern. Viele davon haben schon als Elf- bzw. Zwölfjährige damit begonnen, Diebstähle, Überfälle, Bedrohungen oder gewalttätige Angriffe zu verüben.

Problematisch ist, dass viele der Eltern selbst kriminelle Laufbahnen hinter sich haben oder selbst tief in kriminellen Milieus verwurzelt sind. Liecke dazu weiter: „Manche Angehörige halten auch nichts vom deutschem Straf- und Rechtssystem. Teilweise ist ihnen aber auch schlicht egal, was mit den Kindern passiert oder wo sich diese herumtreiben.“

Ob das neue „Neuköllner Modell“ nun ernsthaft verfolgt wird oder wieder nur ein Mode-Vorschlag ist, um Handlungsfähigkeit zu simulieren, bleibt abzuwarten. Neukölln ist in jedem Fall ein gutes (oder schlechtes) Beispiel dafür, welche Folgen es mit sich bringt, wenn man tatenlos dabei zusieht, wie mit den islamischen Parallelgesellschaften faktisch ein Staat im Staate entsteht.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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