Höheres Innovationspotential bei größeren Familienunternehmen

| 14. August 2016 | Kommentieren

Forschung und Entwicklung bei Familienunternehmen

Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.

Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.

Von Reinhold Meier

Berlin – Laut einer Studie des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), der Deutschen Bank und des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) investieren die größten deutschen Familienunternehmen überdurchschnittlich viel in die Forschung. Allerdings heißt es in der Studie auch, dass mangelndes Fachpersonal und hoher Verwaltungsaufwand die Innovationskraft auszubremsen drohen. Die Befragung unter dem Arbeitstitel „Die größten Familienunternehmen in Deutschland“, an der rund 380 der 4500 größten Familienunternehmen in Deutschland teilnahmen, ergab, dass im letzten Jahr mehr als ein Viertel davon ein völlig neues Produkt auf den Markt brachten. Der Umsatz der befragten liegt bei mindestens 50 Mio. € jährlich. Jedes zweite große Familienunternehmen hat im besagten Zeitraum durch Innovationen die eigene Produktpalette erweitert bzw. etwa 60 % haben die Produkte und Dienstleistungen verbessert. Während vergangenes Jahr der in Forschung und Entwicklung investierte Anteil des Umsatzes in der Gesamtwirtschaft bei 2,8 % lag, belief dieser sich betreffend der genannten Familienunternehmen auf durchschnittlich 3,1 %.

Hinzukommt, dass mehr als ein Drittel der Familienunternehmen plant, im laufenden Jahr ihre FuE-Ausgaben noch zu steigern. Von besonderer volkswirtschaftlicher Bedeutsamkeit ist, dass der Großteil der Investitionen im Inland zum tragen kommt. So gaben Familienunternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten im vergangenen Jahr 4,9 % des Umsatzes im Inland aus, gegenüber 2,4 % im Ausland. Obgleich nahezu acht von zehn Arbeitsplätzen aktuell in Deutschland bereitgestellt werden, beabsichtigen ca. 45 % der befragten Familienunternehmen, in diesem Jahr neue Mitarbeiter einzustellen. Der Bankkredit stellt nach wie vor mit über 55 % die mit Abstand wichtigste Quelle der Fremdfinanzierung dar, wobei die Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten überwiegend als gut bewertet wurden. Mehr als jedes fünfte Unternehmen gibt an, der Fachkräftemangel hemme sie dabei, noch mehr zu forschen.

„Deutschland profitiert stark von der Innovationskraft seiner großen Familienunternehmen. Diese Innovationskraft gilt es abzusichern gegen einen wachsenden globalen Wettbewerb bei immer schnelleren Innovationszyklen“, bemerkte hierzu Stefan Bender, Leiter Firmenkunden Deutschland bei der Deutschen Bank. Das Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung Holger Lösch warnte jedoch, da die Verunsicherung bei den Familienunternehmen schleichend zunehme. Einen neuen Kostenfaktor stellen die Anforderungen aus der zunehmenden Digitalisierung dar. „Die Mehrheit von ihnen plant, zukünftig noch mehr Geld in die elektronische Steuerung zu investieren, um etwa Produktionsanlagen an neue technischen Anforderungen anzupassen“, berichtet Friederike Welter, Professorin an der Universität Siegen und Präsidentin des IfM Bonn. Die sozialen, arbeitsrechtlichen und steuerlichen Bedingungen in Deutschland sowie die Energiewende wirken sich laut Umfrage tendenziell negativ auf die Investitionen aus.

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Kategorie: Allgemein, Wirtschaft

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