„House of Cards“-Macher Netflix produziert deutsche Mystery-Serie

| 25. April 2016 | Kommentieren
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Von Hans Driesch

Wenn Aktienexperten ihren Tipp für das „nächste Apple“ oder „das nächste Google“ abgeben sollten, dann durfte ein Unternehmensname für gewöhnlich nicht fehlen, nämlich der von Netflix. Das 1997 von Reed Hastings – der bis heute das Unternehmen als CEO leitet – und Marc Randolph in Los Angeles gegründete Unternehmen begann erst noch mit einem relativ konventionellen Geschäft, nämlich dem Versand von DVD´s und Videos, die man sich online bestellen konnte. Ab dem Jahr 2007 machte das Unternehmen seinen Kunden dann auch eine hohe Zahl von Filmen per Online-Streaming zugänglich, so dass sich für viele Filmfans der Gang zur nächsten Videothek erledigte. Mit diesem Geschäftsmodell entwickelte sich Netflix für ein knappes Jahrzehnt zu den Wachstumsstars an der US-Technologiebörse Nasdaq 100 und expandierte in über 100 Länder.

Auch unter Cineasten gewann Netflix Kultstatus, weil das Unternehmen mit einer Reihe von Eigenproduktionen hervortrat, die Filmgeschichte schrieben, wie beispielsweise das im Jahr 2013 gestartete Politdrama „House of Cards“.

Am vergangenen Montag nun brach das Unternehmen nach Verkündigung seiner Quartalszahlen binnen Minuten um mehr als 12 Prozent ein und verzeichnete den höchsten Tagesverlust seit Jahren. Die Anleger zeigten sich enttäuscht von dem für das zweite Quartal 2016 prognostizierten Wachstum von zwei Millionen Nutzern außerhalb der USA und einer halben Million neuen Nutzern im Heimatmarkt. In dem Kurssturz vom Montag dürften sich aber auch längerfristigere Bedenken der Anleger widerspiegeln, die befürchten, dass Netflix seine Wachstumszahlen aus der Vergangenheit zukünftig im gleichen Maß nicht fortsetzen kann, da nun mit Amazon ein Gigant unter den Weltkonzernen massiv in den Markt mit Video-Streaming-Diensten hineindrängt. Amazon hatte kürzlich verkündet, sein Videoangebot gegen eine monatliche Abogebühr gesondert auch denjenigen Kunden zugänglich zu machen, die bislang noch nicht das Gesamtpaket „Amazon Prime“ gebucht haben, außerdem will der Weltkonzern aus Seattle selbst verstärkt qualitativ hochwertige Eigenproduktionen auf den Filmmarkt werfen.

Netflix aber will mit einer auf einzelne Nationen und Regionen abgestimmten Serienproduktion dagegenhalten und erstmals auch eine eigene Serie für den deutschen Markt produzieren, die dann aber auch weltweit abrufbar sein wird. Die Serie wird den Titel „Dark“ tragen und das Verschwinden zweier Kinder thematisieren, das einen ganzen Vorort durcheinanderbringt. Als Regisseur wurde der Schweizer Baran bo Odar verpflichtet, der 2014 mit dem Thriller „Who am I – Kein System ist sicher“ auf sich aufmerksam gemacht hatte. Ein Sendetermin wurde noch nicht genannt.

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Kategorie: Allgemein, Unterhaltung

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