Im Gespräch mit Autark-Vorstand Stefan Kühn

| 28. Juni 2017 | 1 Kommentar

Unternehmergespräch

Stefan Kühn, Autark Group AG

Stefan Kühn, Autark Group AG

Berlin – Bei der Autark Group um Stefan Kühn handelt es sich um eine Gesellschaft mit dem Zweck der Gründung, des Erwerbs und der Veräußerung von Unternehmen und Beteiligungen. Dabei werden zuweilen auch Aufgaben der Geschäftsführung übernommen (Nortexa berichtete: http://www.nortexa.de/autark-group-muss-um-zufriedenstellung-der-anlegerinteressen-kaempfen/). Die Autark-Gruppe existiert bereits seit 2003, und als eine ihrer markantesten Beteiligungen gilt das Duisburger „Theater am Marientor“. Im März 2017 übernahm die Autark Group Aktiengesellschaft 100 % der Autark Invest AG, Lichtenstein, wodurch eine Neuausrichtung der Autark Group Aktiengsellschaft und Konzernmutter der Autark-Aktivitäten erfolgte. Rund 3600 Anleger sollen bislang bei der Autark Invest AG Nachrangdarlehen in Höhe von etwa 135 Millionen Euro gezeichnet haben, wofür Zinsen von jährlich bis zu 7,5 Prozent in Aussicht gestellt wurden. Nortexa sprach mit dem Autark-Vorstand Stefan Kühn.

Nortexa: Herr Kühn, seit wann gibt es die Autark Group, wie verlief die Unternehmenshistorie und was ist die Kernkompetenz der Autark Group?

Stefan Kühn: Die Autark-Gruppe gibt es seit vielen Jahren. Viel länger, als das auf dem Papier steht oder in einem Handelsregister. Autark ist der Begriff für eine Lebensaufgabe: Kann man ein Unternehmen gründen, das innovativ, zielgerichtet und erfolgreich für Investoren und Anleger arbeiten kann? Nicht im Sinne einer Bank, die Geld verwaltet. Im Sinne einer Unternehmenskultur und von Ideen. Wir wollten immer Werte schaffen. Und genau das ist es, was Autark heute ausmacht. Natürlich kann man bei unterschiedlichen Projekten unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Entscheidend sind die Erfolge. Wir denken da inzwischen sehr amerikanisch: Von Beteiligungen müssen gar nicht alle funktionieren. Sie müssen die finden, die am Ende Erträge erwirtschaften. Sind diese gefunden, steht dem Erfolg nichts im Weg. Dieser Weg beschreibt unsere Unternehmenshistorie.

Nortexa: Wie beurteilen Sie in den letzten Jahren die Situation und ggf. die Veränderungen in der Beteiligungsbranche allgemein?

Stefan Kühn: Vielleicht sollten wir erst einmal versuchen, den Begriff „Beteiligungsbranche“ zu definieren. Damit wären wir Tage beschäftigt. Definieren wir diesen Begriff aber für die Autark-Gruppe, sind wir schnell fertig: Menschen wollen ihr Geld, für das sie hart gearbeitet haben, schnell vermehren. Mit Geld Geld verdienen. Das ist unser Ziel. Wie das funktioniert: Investments fernab von den Schnellstraßen der Verluste. Marktkenntnis, Marktwissen, die Kunst nach vorne, wenn nicht sogar in die Zukunft zu schauen. Jeden Tag das Ohr offen halten. Den Menschen auf den Mund schauen, ihre Wünsche, Träume und Ängste verstehen. Die Beteiligungsbranche muss wieder lernen zuzuhören. Und sie muss begreifen, dass nichts selbstverständlich ist. Und vor allem: Wir sind die Sachwalter der Ängste unserer Investoren und Anleger. Beginnen wir einfach ihnen diese Sorgen und Ängste zu nehmen – mit guten Geschäften, vernünftigen Zeitrahmen und noch besseren Erträgen.

Nortexa: Welche Entwicklungen hatten in den vergangenen Jahren insbesondere für die Geschäftstätigkeiten der Autark Group einen Einfluss und in welcher Hinsicht?

Stefan Kühn: Es ist nicht möglich, einzelne Ereignisse herauszuheben. Auch wir unterliegen einem ständigen Wachstum und Wandel. Jede neue Mitarbeiterin, jeder neue Mitarbeiter bringt mit seinen Ideen und Vorstellungen Einfluss und Wandel. Aber auch das existierende Team kann Kräfte und Möglichkeiten mobilisieren. Immer dann, wenn man in der Lage ist, Innovationen zu entwickeln und Begeisterung zu vermitteln. Jeder Tag ist eine neue Entwicklung. Unsere Stärke ist es und wird es immer sein, dass diese täglichen Entwicklungen unser Handeln und Tun beeinflussen. Unseren Blick auf das Wesentliche schärfen und uns zu Architekten machen. Nicht, weil wir in Immobilien investieren. Weil wir etwas erschaffen, an dem wir Spaß und Freude haben. Sichtbare Zeichen unseres Engagements für Investoren und Anleger. Geben wir ihnen einen Sinn indem es sinnvoll ist, was wir tun, wird aus einem finanziellen Engagement Leidenschaft und es entsteht etwas, auf das wir stolz sein können. Natürlich ist das sehr mutig. Aber nur der Mut macht anders. Nur mit Mut kann man erfolgreich sein. Autark ist mutig.

Nortexa: Einige Medienberichte und u.a. Stiftung Warentest thematisieren aktuell die finanziellen Probleme der Autark Group sowie die daraus resultierenden Auseinandersetzungen mit den Anlegern, und raten sogar davon ab, bei Autark zu investieren. Wie ernst sind die Probleme, was wurde seitens Autark bislang unternommen und wie sieht der weitere Lösungsweg aus?

Stefan Kühn, Autark Group AG

Stefan Kühn, Autark Group AG

Stefan Kühn: Wir müssen unterscheiden, ob diese Anleger aus eigenen Motiven handeln oder ob sie angestiftet werden oder wurden. In Deutschland gibt es inzwischen eine eigene Berufsgruppe von Anwälten und Rechtsbeiständen, die Panik verbreiten, damit sie so durch Mandate Honorare kassieren können. Es steht uns nicht zu, diese Vorgehensweise zu kritisieren, erstaunlich ist jedoch, dass bei Gesprächen, die wir dann mit solchen Rechtsbeiständen und Anwälten führen erstaunliche Wissenslücken und fehlende Kompetenz auftreten. Die Probleme, die aufgetreten sind, sind lösbar. Das ist die zentrale Botschaft. Die Probleme sind sämtlich erkannt. Sie sind analysiert. Sie haben auf den unterschiedlichen Ebenen zu Konsequenzen geführt. Sie sind voller Überraschungen und auch Enttäuschungen. Und sie bestärken uns in allem was wir tun: Unsere Arbeit ist wie der Lauf der Zeit, das Sichtbare und Unsichtbare. Unsere Aufgabe heute ist es, Geld zu verdienen. Anders zu sein, besser zu werden. Autark ist die derzeit wertvollste und innovativste Marke im Markt. Das müssen wir zeigen und das muss der Investor und Anleger verstehen. Wir haben inzwischen neue Partnerschaften, neue Produkte. Wir sind international. Wir bewegen uns in Märkten, die fernab vom Getrampel der Horden sind. Wir bewegen uns auf hoch ertragreichen Schleichwegen. Es wird noch viele Überraschungen geben.

Nortexa: Für eine künftige wieder erfolgreiche Geschäftstätigkeit werden vertrauensbildende Maßnahmen vonnöten sein. Wie wollen Sie das Anlegervertrauen wieder zurückgewinnen und wie gedenken Sie die Öffentlichkeitsarbeit auszurichten, um die Geschäftspolitik zu kommunizieren?

Stefan Kühn: Indem allein durch dieses Interview ein Stück unserer neuen Identität und Selbstverständlichkeit transportiert wird. Den Rest machen wir als Aktiengesellschaft durch knallharte Erfolgsmeldungen.

Nortexa: Stichwort „grauer Kapitalmarkt“ und „weißer Kapitalmarkt“: sind Veränderungen in der Produktpalette von Autark-Finanzprodukten zu erwarten, und worauf stützen Sie Ihre diesbezüglichen Entscheidungen?

Stefan Kühn: Einer der größten Fehler der Vergangenheit war es, durch eine offene Produkt- und Angebotspolitik auch die Mitbewerber schlau zu machen. Und was viel schlimmer war: Die Neider. Mal ehrlich: Wenn ein Nachbar bei einem Bier im Garten verrät, wie er gerade eine Million Euro verdient hat und er wird gefragt, wie er das gemacht hat, was wird er antworten? Nichts.

Gute Geschäfte leben natürlich vom Resultat. Herausragende Geschäfte leben vom Weg dorthin und wie die Probleme beseitigt und gelöst werden und wurden. Natürlich hatte Autark auch deshalb Probleme. Jeder wollte an die Futternäpfe. An unsere. Diese Zeiten sind vorbei. Entscheidend sind die Resultate. Wir bestimmen den Weg. Das machen wir mit Wissen, Seriosität, Kompetenz, einem unschlagbaren Team, offenen Augen und Ohren. Mit unseren Fingern am Puls der Zeit. An den Märkten, die Morgen unsere Welt und unser Verhalten steuern. Wir sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Noch ein Wort zu grauen, weißen oder regenbogenfarbenen Kapitalmarkt – es spielt doch gar keine Rolle, welche Regulären und Bestimmungen gerade von politischer Seite oder ordnungspolitischer Grundlage präsentiert werden. Egal von wo: Man arbeitet mit dem Geld anderer Leute, die darauf vertrauen, dass das übergebene, treuhänderisch verwaltete Geld vermehrt wird. Das Problem der Vergangenheit war nicht der graue Kapitalmarkt. Es war immer der schwarze. Weil die übergebenen Gelder schlicht in den Taschen anderer auf Nimmerwiedersehen verschwunden sind.

Beginnen wir in unserem Kopf: Nicht die Farbe eines Kapitalmarktes ist entscheiden. Nur die Qualität, der Willen und das Wissen um die Märkte der Gegenwart und Zukunft. Ein gutes Geschäft war vor hundert Jahren nur gut, weil es zukunftsweisend war. Ein gutes Geschäft ist heute nur gut, weil es zukunftsweisend ist.

Nortexa: Abschließende Frage: Wo denken Sie wird die Autark-Gruppe zum Jahresende stehen, was sind die unmittelbaren kurzfristigen Ziele?

Stefan Kühn: Wir werden eine Aktienkurs haben, der für alle Beteiligten große Freude bedeutet. Wir werden ein Produktportfolio haben, das uns in den kommenden Jahren Freude bereitet. Wir werden zufriedene Anleger und Investoren haben. Wir werden unsere Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation neu aufgestellt haben. Und wir werden durch gezielte Maßnahmen in allen Bereichen professioneller, schneller und erfolgreich sein. Und was vielleicht das Wichtigste ist: Wir werden Autark sein.

Nortexa: Herr Kühn, vielen Dank für das Gespräch!

Das Gespräch für Nortexa führte Friedrich Walstadt.

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Kategorie: Allgemein, Im Gespräch

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