Im Gespräch mit dem Vorsitzenden der publity AG Thomas Olek

| 13. März 2017 | 4 Kommentare
Thomas Olek, Vorstandsvorsitzender der publity AG, Foto: publity.de

Thomas Olek, Vorstandsvorsitzender der publity AG, Foto: publity.de

Leipzig – Der Leipziger Finanzinvestor für Gewerbeimmobilien publity AG, um den Vorsitzenden Thomas Olek ist seit 17 Jahren am Markt etabliert und erwirbt renditestarke Gewerbeobjekte vornehmlich in deutschen Ballungszentren wie Frankfurt am Main oder München. publity agiert dabei als einer der erfolgreichsten Player mit „manage to core“- Ansatz. Am Transaktionsmarkt besticht publity durch seine hohe Transaktionsgeschwindigkeit und schnelle Kaufpreisbelegung aus 100 Prozent Equity. Aktuell verwaltet publity ein Immobilienvermögen von 3,0 Milliarden Euro und hat in seiner Historie bereits über 528 Immobilien in Deutschland gewinnbringend verkaufen können. publity konnte im noch jungen Jahr mit einem beachtlichen Jahresauftakt glänzen (Nortexa berichtete: http://www.nortexa.de/thomas-oleks-publity-ag-mit-gutem-jahresauftakt/). Bereits im Juni 2016 stand publity-Chef Thomas Olek den Nortexa-Lesern im O-Ton zur Verfügung. Nicht zuletzt aufgrund des seinerzeit großen Leserinteresses freut es uns umso mehr, dass Herr Olek der Nortexa-Redaktion erneut zur Verfügung stand.

Nortexa: Sehr geehrter Herr Olek, publity erhielt erst jüngst einen Verwertungsauftrag eines NPL-Portfolios im oberen dreistelligen Millionenbereich: Steckt in dem Geschäft mit Non-Performing Loans dauerhaft Potential, und wenn ja was sind die Hauptgründe dafür? Beispielsweise dürften doch Kredite aus der Zeit vor Basel II und III, deren Prolongieren an Eigenkapitalunterlegung scheitert, langsam weniger am Markt zu finden sein.

Thomas Olek: Gerade im Segment der Non-Performing Loans haben wir eine große Expertise über die letzten Jahre aufbauen können. Schwankungen resultieren aus der Zyklizität und unternehmensspezifischen Besonderheiten aus dem Bankgeschäft. Die Bearbeitung erfordert eine hohe Expertise und eine hohe Verschwiegenheit. Die entsprechend notwendigen Kapazitäten halten Banken oft nur in einem vertretbaren Mindestmaß vor. Die Notwendigkeit der Banken, Eigenkapital vorzuhalten führt zu einem regelmäßigen Handel mit NPL. Als spezialisierter Dienstleister können wir die Schwankungen ausgleichen. Unser NPL-Asset under Management ist auf inzwischen über 3,2 Mrd. Euro gestiegen.

Nortexa: Welchen Anteil nimmt bei publity das Co-Investmentgeschäft im Rahmen von Joint Ventures mit internationalen Investoren ein?

Thomas Olek: Das Co-Investmentgeschäft nimmt mittlerweile einen Hauptanteil am Geschäft der publity AG ein. Die Zusammenarbeit mit den Investoren ist dabei äußerst vertrauensvoll und erfolgreich. Seitdem wir die Zusammenarbeit intensiviert haben, sind zahlreiche neue Investoren auf uns aufmerksam geworden, so dass wir den Geschäftszweig weiter ausbauen werden.

Nortexa: Was ist das Geheimrezept für eine hohe Transaktionsgeschwindigkeit, die im publity-Konzept offensichtlich sehr bedeutsam ist?

Thomas Olek: Ein Geheimrezept gibt es nicht. Unser Einkaufs-Erfolg ist dem jahrzehntelangen Aufbau eines breiten Netzwerks und unserer systematischen Markterfassung geschuldet. Jeder Einkauf wird durch eine externe rechtliche, immobilienwirtschaftliche, steuerliche und technische Due Diligence durch marktführende Partner unabhängig geprüft, die jeweils zu einem positiven Ergebnis führen. Wir können dann schnell entscheiden und sind nicht auf externe Finanzierungen angewiesen. Die für den Einkauf notwendige Liquidität ist verfügbar. Transaktionssicherheit und – Schnelligkeit führt zu einem erheblichen Einkaufsvorteil. Unser gutes Asset Management Team sorgt dann für ein schnelles Heben der bereits im Vorfeld identifizierten Wertschöpfungspotentiale. Im Verkauf nutzen wir die Marktpotentiale.

Nortexa: Wie sehr belasten die anhaltenden Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt und die dauerhaft niedrigen Zinsen das Geschäft? Wie begegnet publity dieser Entwicklung und rechnen Sie mit dem Verschwinden einiger Branchenkonkurrenten in den nächsten Jahren?

Thomas Olek und Kollegen, Quelle: publity AG

Thomas Olek und Kollegen, Quelle: publity AG

Thomas Olek: Natürlich beobachten auch wir, dass die Immobilienpreise in den letzten Jahren gestiegen sind. Gleichzeitig ist der Anlagedruck unserer Investoren noch größer geworden, so dass diese bereit sind, die Preissteigerungen mitzumachen. Die niedrigen Zinsen und die fehlenden Alternativverzinsungen wirken dabei als Katalysator dieser Entwicklung. Auf der Verkaufsseite profitieren wir derzeit erheblich. Als Nischenplayer mit klarem manage-to-core Ansatz können wir auf eine nach wie vor gut gefüllte Einkaufspipeline zurückgreifen, da wir auch in Objekte investieren, an die viele, gerade klassische Core-Investoren, sich nicht heran trauen. Nach Realisierung der Wertschöpfungspotentiale, die wir bereits vor Kauf identifiziert und in ihrem Chance-/Risikoraster bewertet haben, können wir diese Objekte wieder dem nachgefragten Core-Markt zur Verfügung stellen.

Nortexa: Wie beurteilen Sie die Kursentwicklung der publity-Aktie mit Blick auf die letzten sechs Monate sowie des gesamten Jahresverlaufs? Wo geht die Reise hin?

Thomas Olek: Der Kursverlauf der Aktie im letzten Jahr war schwankend, im III. Quartal und IV. Quartal 2016 hat sich der Kursverlauf stabilisiert und positiv entwickelt. Neben der Kursentwicklung spielt für uns und unsere Investoren ebenso eine attraktive Dividende eine wichtige Rolle. Unsere Unternehmenszahlen entwickeln sich weiterhin positiv und so können wir unseren Investoren auch für 2016 eine attraktive Dividende bieten.

Nortexa: Spielte der Brexit für die Kursentwicklung eine Rolle bzw. wie beurteilt publity das Thema Brexit aus der Branchen- und Unternehmensperspektive?

Thomas Olek: Für uns spielt das Thema Brexit eine untergeordnete Rolle. Wir spüren allerdings einen größeren Anlagebedarf derjenigen Investoren, die bisher auch in Großbritannien investiert haben. Dennoch glauben wir nicht, dass der Markt in UK gerade für internationale Investoren langfristig unattraktiv werden wird. Für die Branche bleiben die tatsächlichen Auswirkungen abzuwarten. Derzeit wird viel spekuliert. Daran wollen wir uns nicht beteiligen.

Nortexa: publity wendet sich sowohl an institutionelle, als auch an private Anleger: Welches Gewicht nehmen die unterschiedlichen Anlegerklassen ein?

Thomas Olek: Klares Schwergewicht sind derzeit institutionelle Investoren, allein schon weil diese wesentliche höhere Volumina abrufen können als private Investoren. Im Privatanlegerbereich kommt hinzu, dass der Markt sich hier derzeit konsolidiert. In diesem Bereich profitieren wir von den Erfahrungen, die wir als Initiator mit dem ersten zugelassenen AIF nach neuem KAGB machen konnten.

Nortexa: Und vielleicht noch ein paar Worte zum aktuellen Performance Fonds Nr. 8. Wie verläuft die Ausplatzierung, wird die Zeichnungsfrist womöglich verlängert und wie sieht die Objektpipeline aus?

Thomas Olek: Die Emissionsphase des geschlossenen AIF wurde bis 30.06.2017 verlängert. Die Platzierung dauert länger als noch vor ein paar Jahren. Auch Privatinvestoren suchen nach Kapitalanlegeprodukten im Immobilienbereich. Hier können AIFs eine wichtige Anlagealternative darstellen. Alle unsere AIFs sind derzeit am Einkaufsmarkt aktiv und erwerben immer wieder Immobilien. Die Fonds kaufen vor allem kleinere Objekte, die für die institutionellen Investoren zu klein sind.

Nortexa: Herr Olek, vielen Dank für das Gespräch!

Das Gespräch für Nortexa führte Rüdiger Dietrich.

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Kategorie: Allgemein, Im Gespräch

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