Im Gespräch mit Gerald Feig, Vorstandsvorsitzer der FLEX Fonds Capital AG

| 6. Dezember 2016 | Kommentieren

Unternehmergespräch

Gerald Feig, Vorstandsvorsitzender der Flex Fonds Capital AG

Gerald Feig, Vorstandsvorsitzender der Flex Fonds Capital AG

Von Friedrich Walstadt

Schorndorf – Die FLEX Fonds-Gruppe ist ein internationaler und mehrfach ausgezeichneter Vermögensverwalter mit über 25 Jahren Erfahrung und über 13.000 Anlegern. Die Fonds investieren in hochwertige Immobilien in Deutschland und in den USA, aber auch in Rohstoffe, Edelmetalle und erneuerbare Energien.

Die FLEX Fonds-Gruppe begrüßte die im Juli 2013 mit der Verabschiedung des Kapitalanlagegesetzbuches erfolgte Umsetzung der AIFM-Richtlinie im Sinne eines europaweit einheitlichen und verbesserten Anlegerschutzes. Das Unternehmen hat bislang sieben Beteiligungsfonds aufgelegt und dabei in über 150 Objekte rund 900 Millionen Euro investiert. Die Beteiligungskonzepte der FLEX Fonds ermöglichen den Anlegern einen gewissen Einfluss auf unterschiedliche Ausschüttungsvarianten zu nehmen. Zur FLEX Fonds-Gruppe gehören heute sieben spezialisierte Funktionsträgergesellschaften. Aktuell befindet sich der FLEX Fonds Select 1 in der Platzierung, der in ein Portfolio ausgesuchter Gewerbeimmobilien mit überdurchschnittlichen Standortfaktoren investiert. Nortexa sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden und Firmengründer der FLEX Fonds Capital AG, Herrn Gerald Feig, der zudem seit 2008 Mitglied im Wirtschaftsrat Deutschland vertreten ist und seit 2012 dem dreiköpfigen Steuerungskreis der Fachkommission “Soziale Marktwirtschaft & Ethik” angehört.

Nortexa: Sehr geehrter Herr Feig, die FLEX Fonds investieren in hochwertige Immobilien in Deutschland und den USA, sowie auch in Rohstoffe, Edelmetalle und erneuerbare Energien. Wie bewerten Sie die derzeitige Entwicklung besagter Anlageklassen und hat die Wahl von Donald Trump Auswirkungen auf Ihr USA-Geschäft?

Gerald Feig: FLEX Fonds hat u.a. in eine Wohnanlage in Houston/Texas investiert. Die Vermietung der Flächen verläuft von Beginn an in 2012 planmäßig und höchst zufriedenstellend. Unser Engagement in Öl & Gas in den USA haben wir – auch aus strategischen Gründen – zurückgefahren und gehen davon aus, dass wir in den kommenden 18 bis 24 Monaten uns aus diesem Business vollständig zurückgezogen haben werden. Wir bewerten die Wahl von Trump nicht nachteilig für den Wohn-Immobiliensektor, zumal wir den lokalen Markt bedienen und von dem rasanten Bevölkerungsanstieg in Houston profitieren.

Unsere Investitionen in Photovoltaikanlagen laufen sogar über Plan, jedoch hat FLEX Fonds seit 2014 nicht mehr in diese Anlageklasse investiert, da wir für die Neuinvestitionen ohne die staatliche Förderung keinen nennenswerten Vorteil sehen.

Nortexa: Die FLEX Fonds Capital AG legt nach eigenem Bekunden großen Wert auf die Beratungsqualität. Können Sie uns die zugrunde gelegten Kriterien, dies zu gewährleisten näher erläutern bzw. können Sie womöglich sogar Alleinstellungsmerkmale definieren, die Sie von der Konkurrenz unterscheiden?

Gerald Feig: Wir haben eine ganze Reihe von qualitätstssteigernden Massnahmen in den letzten Jahren eingeführt. Zwei davon möchte ich besonders hervorheben:
Mit easyFLEX bieten wir unseren Beratern eine elektronische Beratungsdokumentation, die ihm ermöglicht, nahezu alle Investmentfonds und Publikums-AIFs zu dokumentieren. Das Beratungsprotokoll kann dem Kunden mit allen relevanten Produktunterlagen per Mail zugesandt werden. Die revisionssichere Archivierung ermöglicht einen jederzeitigen Online-Zugriff und erspart viel Zeit und Geld bei der Erstellung des Prüfberichtes nach der Finananlagenvermittlerverordnung. Die zweite Besonderheit ist unser zweitägiges Lizenzpartnerseminar an dem alle neuen Vertriebspartner teilnehmen. An zwei Tagen lernen die Teilnehmer u.a. wie man die wichtigsten Stellschrauben aus einem AIF-Prospekt richtig deutet und für eine Produktplausibilität nutzen sollte.

Nortexa: Die FLEX Fonds weisen unterschiedliche Ausschüttungsmodelle auf: Wie sehen diese aus und was sind dabei die Vorteile für die Anleger?

Gerald Feig: Die FLEXibiliät ist ein Markenzeichen unseres Hauses. Bei den unterschiedlichen Ausschüttungsmodellen war es in unserer Konzeption zunächst wichtig, auf die individuellen Bedürfnisse der Anleger mit dem Investment FLEX Fonds eingehen zu können. Konkret, die Altersgruppe der Anleger bewegt sich im Durchschnitt bei 56 Jahren und aufwärts. D.h. viele Anleger sehen in den Fonds die Möglichkeit, ein Zweiteinkommen, neben ihrer gesetzlichen Altersruhe-Versorgung zu generieren. Dabei wird der monatlichen Ausschüttung eine immer höhere Priorität beigemessen. Der neueste Alternative Investmentfonds (AIF) sieht genau so eine monatliche Ausschüttung explizit vor.

Nortexa: Auf dem Internetauftritt des Unternehmens ist davon die Rede, seit Gründung der FLEX Fonds-Gruppe im Jahr 1989 eine weitestgehend konstante FLEX-Fonds Rendite vorzuweisen. Konstant muss aber nicht heißen, oberhalb des marktüblichen und was ist unter „weitestgehend“ konkret zu verstehen – können Sie hierzu näher ausführen?

Gerald Feig: Die weitgehend konstante Rendite bezieht sich keinesfalls auf marktüblichen Renditen, denn diese sind – wie wir längst wissen – nicht unbedingt nachhaltig zu sehen. Wer seit knapp 30 Jahren Fonds auflegt, muss mit Schwankungen in den Ausschüttungsergebnissen und Abweichungen in den Prognosen rechnen. So haben wir in den frühen Jahren des Jahrtausendwechsels z.T. deutlich über 1% p.a. über den Planwerten ausgeschüttet und müssen in Niedrigzinsphasen unsere Prognosen von 5,25% auf wenigstens 4,5% bis 4,75% reduzieren.

Nortexa: Wie beurteilen Sie die langanhaltende Niedrigzinsphase, was bedeutet dies konkret für Ihr Geschäftsfeld und rechnen Sie mit einer absehbaren zinspolitischen Wende bei der EZB?

Gerald Feig: Die Niedrigzinsphase ist Gift für den Sparer, jedoch nicht, wenn die Anlage über ein Vehikel als Ansparfonds (AIF) konzipiert wird. Darin sehen wir, mit unserer Erfahrung in Ansparfonds – seit 1998 – einen großen Marktvorsprung. Wir rechnen allerdings damit, dass die Zinsen sich in absehbarer Zeit – in etwa Zeitraum 2-3 Jahre – wieder nach oben bewegen.

Nortexa: Wie hoch ist üblicherweise der Eigenkapitalanteil bei den FLEX Fonds-Investitionen?

Gerald Feig: Ca. 50%.

Nortexa: Der FLEX Fonds Select 1 befindet sich aktuell noch in der Platzierungsphase. Können Sie unseren Lesern hierzu einige Informationen mitteilen: Wann rechnen Sie mit der Ausplatzierung und handelt es sich noch um einen weitgehenden Blind-Pool oder existiert bereits eine Beteiligungspipeline?

Gerald Feig: Im FLEX Fonds Select 1 steckt die Erfahrung aus 27 Jahren Emissionstätigkeit. Auch beim FLEX Fonds Select 1 liegt der Investitionsschwerpunkt bei Gewerbeimmobilien in deutschen Mittelzentren im Bereich Einzelhandel und Nahversorgung. Mit Fondsauflage waren bereits zwei Objekte fest optioniert. Mit dem Bühler Tor in Bühl haben wir im Oktober das erste Objekt angekauft. Hierbei handelt es sich um eine innerstätische Immobilie direkt am Beginn der Fußgängerzone mit C&A und Depot als Hauptmieter. Mit dem Activ Center in Laupheim steht bereits die nächste Immobilie fest, die voraussichtlich im ersten Quartal 2017 angekauft wird. Damit sind dann über 50% des Fondsvolumens investiert. Für das dritte Objekt läuft zur Zeit der Prüfprozess. Voraussichtlich sind wir im dritten Quartal 2017 voll investiert, so dass zum Ende 2017 der Fonds seine Platzierung schließt.

Nortexa: Herr Feig, vielen Dank für das Gespräch!

Das Gespräch für Nortexa führte Friedrich Walstadt.

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Kategorie: Allgemein, Im Gespräch

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