Im Gespräch mit Sebastian Scholda, GF von CrowdCircus

| 20. Juni 2017 | 1 Kommentar

Unternehmergespräch

Sebastian Scholda, Geschäftsführer von CrowdCircus

Sebastian Scholda, Geschäftsführer von CrowdCircus

Wien – Das österreichische Startup-Unternehmen „CrowdCircus“ will den Erfolg diverser Vergleichsportale nun auch auf den Bereich des Crowdfunding übertragen. Das Unternehmen aggregiert in Echtzeit tausende Crowdfunding-Projekte und stellt diese Informationen im vergleichbaren Format zur Verfügung (Nortexa berichtete: http://www.nortexa.de/crowdcircus-crowdfunding-projekte-auf-einen-blick/). In der kostenlosen CrowdCircus-Akademie informiert das Start-Up umfassend aber auch kritisch über die wichtigsten Hintergrundkonzepte und die Chancen und Risiken, die sich bei Crowdfunding-Projekten ergeben können. Nortexa sprach nun mit den Geschäftsführer und Mitbegründer Sebastian Scholda.

Nortexa: Sehr geehrter Herr Scholda, direkt in medias res, was ist die spezifische Geschäftsidee, die hinter CrowdCircus steht, was ist das entscheidende Alleinstellungsmerkmal und wie finanziert sich das Unternehmen?

Sebastian Scholda: Europaweit findet Crowdfunding immer stärker seinen Weg in den Mainstream. Aufgrund der hohen Anzahl unterschiedlichster Plattform-Anbieter, war es für Interessenten bislang aber sehr schwierig den Überblick zu behalten. Mit CrowdCircus.com stellen wir nun einen Crowdfunding-Aggregator zur Verfügung, der es Nutzern ermöglicht, effizient und kostenlos plattformübergreifend nach passenden Crowd-Projekten zu suchen.
Wir finanzieren uns über klassische Online-Werbung, Native-Ads, Affiliate-Partnerschaften sowie über die Durchführung maßgeschneiderter Marktstudien und Wettbewerbsanalysen, die wir aufgrund unserer proprietären Crowdfunding-Projektdatenbank sehr effizient umsetzen können. Mittelfristig wollen wir auch im Event- beziehungsweise Konferenzbereich tätig werden.

Nortexa: Bei CrowdCircus handelt es sich um ein noch ziemlich junges Startup-Unternehmen: Wie verlief der Gründungsprozess, welches waren die wesentlichen zu überwindenden Hürden und welches die ausschlagenden Schritte zur Realisierung des geplanten Vorhabens?

Sebastian Scholda: Absolut – unsere GmbH wurde gerade erst Mitte Mai gegründet – wir befinden uns also derzeit mitten in der heißen Anfangsphase. Rückblickend verlief der Gründungsprozess absolut reibungslos – wenn erst einmal alles erledigt und unterschrieben ist, sieht man, wie leicht und vor allem schnell es gehen kann, sein eigenes Unternehmen zu gründen.

Die größten Herausforderungen stellten am ehesten die rechtliche Absicherung des Geschäftsmodells – vor allem die Ausformulierung der diversen Disclaimer – sowie die Einigung auf die exakte Firmenschreibweise dar. Aber auch diese Hürden konnten wir sehr rasch meistern.

Nortexa: Welchen Stellenwert räumen Sie dem Crowdfunding für die Finanzwirtschaft im speziellen und die Wirtschaft im allgemeinen ein und wie beurteilen Sie die Entwicklung des Crowdfunding-Sektors?

Sebastian Scholda: Während Crowdfunding in der Vergangenheit nahezu ausschließlich von Startup-Projekten genutzt wurde, sehen wir aktuell einen immer stärkeren Trend in Richtung Mainstream. Und zwar sowohl als Finanzierungsalternative – aus Sicht von Unternehmen – als auch als Investmentalternative, aus Sicht von Privatpersonen. Dieser Trend ist unserer Meinung nach zu begrüßen, da Crowdfunding und Crowdinvesting den Finanzmarkt als immer stärker akzeptierte Alternative bereichert und im Vergleich zu klassischen Bankgeschäften einen direkten Draht zwischen Unternehmen und Investor aufbaut.

Nortexa: Wie entsteht bzw. wird das Plattform-Angebot von CrowdCircus entwickelt? Wie stellen Sie sicher, stets aktuell und vielfältig zu sein sowie die erforderliche Transparenz zu gewährleisten?

CrowdCircus

CrowdCircus

Sebastian Scholda: Weltweit konnten wir mehr als 500 Crowdfunding-Plattformen ausfindig machen, die nach und nach ihren Weg auf CrowdCircus.com finden werden. Zum Start sind – neben einem umfassenden Archiv von tausenden historischen Crowdfunding-Projekten – 35 Plattformen mit mehr als 4.000 Projekten auf CrowdCircus.com aktiv. Plattformen und Projektdaten werden von uns nicht manuell eingepflegt, sondern über Webcrawler oder APIs vollautomatisch und vor allem standardisiert und vergleichbar eingepflegt. Dadurch sind unsere Daten stets aktuell und auch das Risiko „Mensch“ – also Eingabefehler oder falsche Zuordnungen – kann auf ein absolutes Minimum reduziert werden.

Nortexa: Zu CrowdCircus gehört auch die CrowdCircus-Akademie: Was müssen sich unsere Leser darunter vorstellen? Welche Aktivitäten wurden in diesem Bereich bisher vollzogen?

Sebastian Scholda: Wie bereits vorhin erwähnt, begrüßen wir die zunehmende Nachfrage nach Crowdfunding als Finanzierungs- und Investmentalternative. Gerade in jungen Märkten ist das Risiko von Missbrauch, aber auch von Euphorie und unüberlegten Entscheidungen sehr hoch: In unserer Akademie berichten wir unabhängig und kritisch über die wichtigsten Crowdfunding-Konzepte und die Risiken & Chancen die sich daraus ergeben können. Das Artikelangebot in diesem Bereich wird laufend erweitert – dabei möchten wir uns aber nicht auf plumpe Theorie fokussieren, sondern stets einen gewissen Praxisbezug herstellen.

Nortexa: Wie viele Mitarbeiter sind bei CrowdCircus gegenwärtig beschäftigt und welche Berufsbilder bzw. Qualifikationen sind im Unternehmenstätigkeitsbereich insbesondere gefragt?

Sebastian Scholda: Aktuell besteht CrowdCircus ausschließlich aus seinem dreiköpfigen Gründerteam – nachdem wir aber sowohl Marketing als auch IT-Entwicklung komplett durch interne Ressourcen bedienen können, sehen wir uns in diesem Set-Up für die nächsten Monate sehr gut positioniert. Mittelfristig planen wir uns durch weitere Web-Entwickler und Community Manager zu ergänzen.

Nortexa: Abschließende Frage, was sind die mittel- und langfristigen Zielsetzungen von CrowdCircus, sprich wo wollen Sie in einigen Jahren stehen?

Sebastian Scholda: Mittelfristig wollen wir uns auch außerhalb der DACH-Region als zentrale Anlaufstelle für Crowdfunding-Interessenten etablieren und den gesamten europäischen Crowdfunding-Markt durch unsere Transparenz- und Knowledge-Initiativen auf das nächste, professionellere Level heben.

Nortexa: Herr Scholda, vielen Dank für das Gespräch!

Das Gespräch für Nortexa führte Rüdiger Dietrich.

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Kategorie: Allgemein, Im Gespräch, Startups

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