„Inside Islam“ – Recherche in deutschen Moscheen

| 31. März 2017 | 1 Kommentar

Journalist zeigt sich entsetzt

"Inside Islam" – Constantin Schreiber, Foto: Krd/https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Krd

„Inside Islam“ – Constantin Schreiber, Foto: Krd / https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Krd

Berlin – Der in Berlin lebende ARD-Journalist Constantin Schreiber hat nun ein Buch veröffentlicht, in dem er über seine Erfahrungen in deutschen Moscheen berichtet. Er hat an Freitagspredigten in 13 verschiedenen Moscheen in Deutschland teilgenommen, um sich einen authentischen Einblick darüber zu verschaffen, welche Inhalte dort transportiert werden.

Schreiber hat für die Recherche zu „Inside Islam“ bewusst darauf verzichtet, in bekannte salafistische Moscheen zu gehen. Er nahm sowohl an Predigten in türkischen als auch in arabischen Moscheen teil. In mehreren Interviews hat er nun verdeutlicht, dass ihn viele Inhalte der Predigten entsetzt und befremdet haben.

Fortschrittliche Predigten hat er nach eigenem Bekunden überhaupt nicht gehört. Schreiber dazu wörtlich: „Ich war enttäuscht, teilweise entsetzt. Ich habe keine einzige Predigt gehört, die ich wenigstens okay fand. Fast alle waren sehr konservativ. Und wenig integrativ. Es ging fast immer um „wir und die“. Wir Muslime und die Anderen, die Deutschen, die Ungläubigen.“ Wie naiv der Versuch der etablierten Parteien ist, stur auf Integration zu setzen, ohne zu erkennen, dass Integration von vielen Muslimen überhaupt nicht gewünscht wird, macht er auch deutlich: „Integration wurde eher als Bedrohung der reinen Lehre dargestellt.“

Schreiber erklärte auch, dass ihm in den Moscheen betende Syrer gesagt hätten, dass die Predigten in Deutschland konservativer als in ihrer Heimat seien. Einige Predigten richteten sich gegen konkrete Völker und Menschengruppen. Schreiber dazu weiter: „In zwei Predigten ging es ganz offen gegen Jesiden, Armenier oder Juden. Das hat mich entsetzt. Und bemerkenswert war auch die in der Imam-Riza-Moschee in Berlin. Da hieß es: „Ihr könnt nicht sagen: Ich bin zugleich Demokrat und Schiit. Nein, das geht nicht. Man kann nicht sowohl Muslim als auch laizistisch sein. Man kann nicht sowohl Humanist als auch ein Freund der Familie des Propheten sein.“ Ungeheure Sätze!“

In einer Berliner Moschee soll laut Schreiber auch vor Weihnachten gewarnt worden sein: „Die Ablehnung oder sogar Verteufelung der westlichen Lebensweise. In der Berliner Mehmed Zahid Kotku Tekkesi-Moschee wurde am 23. Dezember des vergangenen Jahres noch die „größte aller Gefahren – die Weihnachtsgefahr“ beschworen.“

Die Rechercheergebnisse von Schreiber machen deutlich, wie wenig kompatibel das, was in Moscheen in Deutschland gepredigt wird, mit deutschen Werten ist. Wenn nach Ereignissen wie der Kölner Silvesternacht und dem Terroranschlag von Berlin immer wieder gebetsmühlenartig betont wird, dass das nichts mit dem Islam zu tun habe, muss man sich doch fragen, ob dies nicht eine grobe Fehleinschätzung dessen ist, was viele in Deutschland lebende Imame unter dem Islam verstehen.

Von Torsten Müller

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Kategorie: Allgemein, Politik

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