Internationale Indizes: Chinesischer Shanghai Composite liegt 2016 hinten

| 25. April 2016 | Kommentieren
Shanghai

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Von Hans Driesch

Shanghai – Beim Blick auf die Entwicklung der weltweiten Aktienindizes im laufenden Jahr wird das Schlusslicht von einem prominenten Aktienindex gebildet, nämlich dem chinesischen „Shanghai Stock Exchange Composite Index“, in der alle Aktien gelistet sind, die an der „Shanghai Stock Exchange“, der größten chinesischen Festlandsbörse, gehandelt werden. Im Vergleich zum Jahresanfang hat der Index mehr als 12 Prozent verloren, während beispielsweise der deutsche DAX mittlerweile wieder ungefähr auf dem Kursniveau vom Jahresanfang angekommen ist.

Zuletzt hatte es eigentlich gute makroökonomische Daten aus dem „Reich der Mitte“ gegeben. So hatte am 15. April dieses Jahres ein Sprecher des chinesischen Statistikamtes verkündet, dass die chinesische Wirtschaft in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Vorjahresvergleich um 6,7 Prozent gewachsen sei, was eigentlich gegen eine harte ökonomische Landung Chinas spricht. Insbesondere der am 1. April dieses Jahres veröffentlichte Einkaufsmanagerindex hatte eigentlich für Optimismus gesorgt, da er erstmals seit neun Monaten einen Wert über 50 – nämlich 50,2 – ausgewiesen und damit ein Wachstum der chinesischen Wirtschaft signalisiert hatte.

Allerdings gab es auch kritische Stimmen, so sprach der Präsident der Europäischen Handelskammer, Jörg Wuttke, nur von einem „vorübergehenden Luftholen“, da die „zugrundeliegenden Probleme“ wie die „wachsende Schuldenlast, Überkapazitäten, mangelnde Nachfrage und ein hyperaktiver Finanzsektor“ nicht behoben seien.

Unter Volkswirten und Statistikern sind die offiziellen Wirtschaftsdaten Chinas allerdings umstritten, weshalb das kalifornische Unternehmen „Spaceknow“ mittlerweile einen eigenen „China Satellite Manufacturing Index“ anbietet, der auf einer Auswertung von Satellitenbildern beruht und tausende von Veränderungen in chinesischen Industrieanlagen lokalisiert.

Der „Shanghai Composite“ hat im Verlauf des letzten Jahres dramatische Abgaben verkraften müssen, sein 52-Wochen-Hoch datiert noch aus dem Juni 2015, als der Index zeitweise noch bei fast 5200 Punkten lag, während er momentan bei knapp unter 3000 Punkten liegt. Auch die Anleger an den deutschen Börsen sollten die weitere Entwicklung in China verfolgen, da eine weitere Erholung der deutschen Indizes ohne weitere Entspannungssignale aus China wohl nicht denkbar ist.

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Kategorie: Allgemein, Finanzen

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