Islamwissenschaftlerin gegen Umbenennung von Feiertagen

| 25. November 2017 | 1 Kommentar

Falsche Rücksichtnahme

Berlin – In immer mehr Städten wird aufgrund von religiöser und kultureller Rücksichtnahme Abstand von christlichen Festen genommen. So werden Weihnachtsmärkte in Wintermärkte umgewidmet, bei christlichen Feiern sollen explizit auch muslimische Lieder gesungen werden. Der Tenor ist, dass man Muslimen damit zeigen wolle, dass sie in Deutschland willkommen sind und dass man sie toleriere.

Dass nicht alle Muslime dies sinnvoll finden, erklärte nun die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor. Sie hält es für fürchterlich absurd, Weihnachtsmärkte aus Gründen der Toleranz beispielsweise in Lichtermärkte umzubenennen.

In ihrem diesbezüglichen Beitrag geht sie auch auf die Begründungen der Befürworter der Umbenennungen ein. So wollen sie im „Sinn von Toleranz, Antidiskriminierung, Pluralität, Political Correctness“ zu neutraleren Namen kommen, da die bisherigen Namen nur Christen ansprächen und andere Religionen ausgrenzen würden.

Doch sie appelliert an die Vernunft der Deutschen und Christen: „Ich bitte inständig alle, die mit den Gedanken spielen, neue Bezeichnungen für alte Traditionen zu finden, nehmt Abstand davon! Gestern hat auch der Duisburger Weihnachtsmarkt eröffnet und ich als Muslimin freue mich wie jedes Jahr sehr darauf, dorthin zu gehen. Genauso wie ich mich als Muslimin gefreut habe, Anfang des Monats auf einen St. Martinszug zu gehen. Solche Traditionen sind schön und wichtig.“

Auch stellt Kaddor fest, dass Deutschland noch immer zu 60 Prozent von Menschen bevölkert sei, die sich als Christen verstünden. Darüber hinaus habe Deutschland eine lange christliche Vergangenheit. Mit Blick auf die zweitgrößte Religionsgruppe in Deutschland, die Muslime, erklärt sie: „Es gibt keinerlei Veranlassung, die hieraus entstandenen Traditionen gezielt abzuschwächen oder gar zu tilgen. Die zweitgrößte Religionsgruppe sind die Muslime, und die machen gerade mal fünf bis sechs Prozent der Bevölkerung aus. Das ist keine Größe, an der sich andere universell orientieren müssten.“

Man solle in der Debatte um christliche Feiertage nicht islamistischen Fundamentalisten auf den Leim gehen, die sich mit derartigen Forderungen profilieren wollen.

Auch die frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach hatte kürzlich kritisiert, dass sie kein Land außer Deutschland kenne, „das seine eigene Kultur und Tradition so über Bord wirft“.

Spätestens wenn Muslime beginnen, dieses doch recht absurde Treiben zu kritisieren, sollten diejenigen, die aufgrund seltsamer Toleranzvorstellungen meinen, die Axt an christliche Feiertage legen zu müssen, innehalten und überlegen, ob sie es nicht doch etwas übertreiben.

Von Torsten Müller

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Kategorie: Allgemein, Politik

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