Jugendarbeitslosigkeit führt zu Massenmigration

| 26. August 2016 | Kommentieren

Anstieg um eine halbe Million

Bundesagentur für Arbeit, Foto: Wikipedia/Nicohofmann

Bundesagentur für Arbeit, Foto: Wikipedia/Nicohofmann

Von Torsten Müller

Berlin/Genf – In Deutschland wurde die Massenarbeitslosigkeit weitgehend durch den wachsenden Niedriglohnsektor verdrängt. Die offiziellen Arbeitslosenstatistiken weisen deutlich weniger Erwerbslose als noch vor rund zehn Jahren aus, wenngleich angemerkt werden muss, dass mehrere Millionen Menschen nicht berücksichtigt werden, die sich entweder in verordneten Maßnahmen befinden, die Suche nach einer Beschäftigung aufgegeben haben oder aber aus anderen Gründen nicht in den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) geführt werden.

In mehreren Staaten Europas und weiten Teilen der Welt ist Massenarbeitslosigkeit allerdings doch immer ein mehr als relevantes Thema. Laut den Vereinen Nationen (UN) wird die Zahl arbeitsloser Jugendlicher in diesem Jahr weltweit um eine halbe Million steigen. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf geht davon aus, dass die Zahl der erwerbslosen Jugendlichen im Laufe des Jahres auf 71 Millionen anwachsen wird. In Deutschland liegt die Jugendarbeitslosenquote derzeit bei 7,3 Prozent, weltweit bei 13,1 Prozent.

In den arabischen Staaten und Nordafrika beträgt die Jugendarbeitslosigkeit aktuell rund 30 Prozent, weshalb die UN davon ausgeht, dass dies zu massiven Wanderungsbewegungen in reichere Länder, also vor allem nach Europa, führen wird. Einer Befragung der ILO zufolge wollen 28 Prozent aller jungen Menschen in arabischen Ländern für die Arbeit ins Ausland ziehen. In Nordafrika sei die Bereitschaft mit 35 Prozent schon seit Jahren konstant hoch.

Problematisch sei auch, dass die Arbeitslosenzahlen nur bedingt Auskunft über die soziale Notlage vor Ort geben. So leben in diesen Ländern auch viele Menschen in Armut, auch wenn sie Arbeit haben. In diesen Ländern müssten 156 Millionen arbeitende junge Menschen mit weniger als 3,10 US-Dollar am Tag auskommen.

Durch die deutlich gestiegene Zuwanderung werden diese Probleme mehr und mehr nach Europa importiert. So wird sich die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen in Deutschland infolge des Asylzustroms deutlich erhöhen. Dazu sagte nun Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): „Das Asylverfahren vieler junger Flüchtlinge ist bald beendet und da die Mehrheit keinen Berufsabschluss hat, werden sie Mühe haben, einen Job zu finden.“

Selbst die Bundesregierung musste bereits im zurückliegenden Jahr einräumen, dass nur etwa jeder zehnte Flüchtling über eine Qualifikation verfügt, die ihn zur Aufnahme einer Beschäftigung in Deutschland befähigt. Die restlichen Asylbewerber und Flüchtlinge wären dann Neuzugänge im deutschen Sozialstaat.

Stichworte: , , , , , , , , , ,

Kategorie: Allgemein, Politik

Kommentar schreiben