Kann die ThomasLloyd-Gruppe um Michael Sieg halten, was sie verspricht?

| 29. März 2016 | Kommentieren
ThomasLloyd Group

ThomasLloyd Group

Cleantech-Investments

Von Friedrich Walstadt

Zürich – Die ThomasLloyd Group unter der Führung von Chairman und CEO Michael Sieg ist eine global tätige Investment- und Beratungsgesellschaft, die sich auf Infrastrukturprojekte, ursprünglich fast ausschließlich im Erneuerbare-Energien-Sektor in Asien spezialisiert hat. Das Leistungsangebot definiert das Unternehmen von Dienstleistungen und Produkten entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Sektors. Zu seinen Kunden zählt es Projektentwickler, Unternehmen und institutionelle Investoren weltweit sowie Privatkunden in Europa. ThomasLloyd zählt sich selbst zu den weltweit qualifiziertesten Beratungsunternehmen im Cleantechsektor. Im vergangenen Jahr veräußerte eine ThomasLloyd-Beteiligungsgesellschaft zwei Solarkraftwerke auf den Philippinen an die PINAI. Das Kapital für seine Beteiligungsaktivitäten beschafft sich ThomasLloyd über Anlegergelder, denen für heutige Niedrigzinszeiten zum Teil außergewöhnlich hohe Renditen in Aussicht gestellt werden. Über die ThomasLloyd Cleantech Infrastructure GmbH bietet die Unternehmensgruppe mit dem Ziel, Zugang zum Wachstumsmarkt der erneuerbaren Energien in Asien zu eröffnen, seine ThomasLloyd-Festzinsprodukte sowie seine diversen CTI-Fonds an.

Mit dem ThomasLloyd Festzins werden abhängig von der jeweiligen Laufzeit ab bereits 2500,- €, jedoch ohne Beschränkung der Anlagehöhe beginnend mit dem ersten Monat Profite basierend auf einem Festzinssatz von bis zu 4,85% Zinsen p.a. für vergleichsweise kurze Laufzeiten angeboten. Zur Risikoberwertung sei jedoch gesagt, dass es sich dabei um nachrangige Darlehen handelt und aufgrund eines Zahlungsvorbehalts Auszahlungen an den Anleger keinen Insolvenzeröffnungsgrund bei der Emittentin herbeiführen dürfen. Bei den Cleantech Infrastructure-Funds handelt es sich um geschlossene Fonds, die das platzierte Kapital in Form stiller Einlagen in eine Investmentholdinggesellschaft weiterveranlagen, um damit in EE-Infrastrukturprojekte im asiatischen Raum zu investieren. Drei verschiedene CTI-Fonds legte ThomasLloyd auf, die sich in Mindestanlagebetrag, Laufzeit und Ausschüttung unterscheiden. Mit einem Mindestanlagebetrag von 2500,- € zuzüglich 5 % Agio und einer fünfjährigen Laufzeit stellt der Kurzläufer CTI 8 bereits eine Ausschüttung von 7,2 % p.a. in Aussicht. Das will mit der abzüglich der Weichkosten verbleibenden reinen Investitionssumme in diesem Zeitraum erst einmal erwirtschaftet werden.

Beim CTI 15 beträgt der Mindestanlagebetrag 15.000,- € zuzüglich 5 % Agio und es werden bei einer Laufzeit von neun Jahren satte 11,0 % p.a. als Ausschüttung prognostiziert. Doch dem renditehungrigen Anleger wird der CTI Vario, das Ratenmodell mit flexiblen Laufzeiten angeboten. Bereits an monatlich nur 50,- € zuzüglich hier allerdings 7,5 % Agio und variablen Laufzeiten von sieben bis 30 Jahren sollen bis zu 18 % p.a. an monatlichen Ausschüttungen winken. Bei derartigen Renditeversprechungen darf es kein Anleger versäumen, nach den Risikoaspekten zu fragen. Mit Blick auf die Investitionsregion und das Anlagesegment bestehen natürlich ohne Zweifel stets gewisse Fremdwährungs- und Schwellenlandrisiken. Darüber hinaus sollte sich der potentielle Anleger Klarheit darüber verschaffen, welche Relevanz für den Renditeerfolg die Abhängigkeit von im Zielland des Investmentprojekts gewährten Fördersätzen – hier im Falle von ThomasLlyod im laut S&P-Rating Triple-B-Land der Philippinen – besitzt. Es sei daran erinnert, dass in den vergangenen Jahren schon einmal nicht wenig Kapital durch Investitionen in Solarfonds verbrannt wurde, weil überraschend eine geltende Einspeisevergütung entfiel, siehe anhand der geschlossenen Fonds SolES 21 und SolES 22 des Emissionshauses Voigt & Collegen in 2013.

Anthony Coveny, Executive Director und Head of Project Finance, beschrieb das Konzept von ThomasLloyd gegenüber k-mi einmal dahingehend, mit 20 % der Investitionsgelder bei einer jeweiligen Anlagedauer von einem halben bis ein Jahr in die Endphase einer Projektentwicklung zu gehen und mit den verbleibenden 80 % des zur Verfügung stehenden Kapitals in die Finanzierung von Bau- und Erstbetriebsphasen mit einer Anlagedauer von vier bis sieben Jahren. Allerdings bedarf es für eine Optimierung der Rendite einer Vollplatzierung von Projekten über den gesamten Zeitraum der Fondslaufzeit. Vermutlich muss man nicht allein aus Sicht der Anlegerinteressen, sondern ebenso mit Blick auf ein langfristiges Gelingen einer Energiewende hoffen, dass bei Kapitalanlageprojekten im Bereich Erneuerbarer Energien nicht allzu hoch bzw. allzu riskant gepokert wird.

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Kategorie: Allgemein, Wirtschaft

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