Kölner Silvesternacht bleibt für viele Täter folgenlos

| 13. Juli 2016 | Kommentieren

Nur 120 Tatverdächtige ermittelt

Köln in der Silvesternacht

Köln in der Silvesternacht

Von Torsten Müller

Köln – Vor etwas mehr als einem Jahr wurde auch dem letzten Gutgläubigen vor Augen geführt, welche Gefahren für die innere Sicherheit mit ungesteuerter Zuwanderung einhergehen. Auch wenn viele Politiker nach den dramatischen Ereignissen in der Kölner Silvesternacht nicht müde wurden, zu betonen, dass die Taten nichts mit dem Asylzustrom und der hohen Zahl in Deutschland lebender Ausländer zu tun haben, drängte sich der Eindruck auf, dass hier politische Verantwortlichkeiten unter den Teppich gekehrt werden sollten.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat nun seine diesbezüglichen Untersuchungen zum Abschluss gebracht und erschreckende Erkenntnisse präsentiert. Insgesamt wurden von 1.200 Opfern 900 Sexualdelikte zur Anzeige gebracht. Unzählige Frauen wurden sexuell bedrängt, beraubt, einige sogar vergewaltigt. Die Polizei war nicht mehr Herr der Lage und musste dabei zusehen, wie marodierende Banden vor allem in der Nähe des Kölner Doms und des Hauptbahnhofs ihren Trieben freien Lauf ließen. Die meisten Täter stammen aus arabischen und nordafrikanischen Ländern.

BKA-Präsident Holger Münch warnte nun vor zu großer Zuversicht, dass die Täter allesamt ermittelt werden können: „Wir müssen davon ausgehen, dass viele dieser Taten auch im Nachgang nicht mehr ausermittelt werden.“ Das BKA geht von rund 2.000 Tätern aus, die nicht nur in Köln, sondern auch in Hamburg, Stuttgart und Düsseldorf ihr Unwesen trieben. Doch bislang wurden nur 120 Tatverdächtige ermittelt, darüber hinaus kam es erst zu vier Verurteilungen.

Das BKA hat ebenso Erkenntnisse, dass sich die meisten Täter erst kurze Zeit in Deutschland aufhielten. Münch dazu weiter: „Insofern gibt es schon einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten des Phänomens und der starken Zuwanderung gerade in 2015.“ Münch beschrieb die Ereignisse aus der Silvesternacht als ein neues Kriminalitätsphänomen für Deutschland.

Sowohl die Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens, Hannelore Kraft, als auch ihr Innenminister Ralf Jäger (beide SPD) wiesen in den letzten Monaten jegliche Schuld von sich. Kraft hatte gegenüber dem Untersuchungsausschuss erst kürzlich geäußert, dass es sich um ein neues Phänomen gehandelt habe und dass das Ausmaß der Übergriffe nicht vorhersehbar gewesen sei.

Das mag sogar stimmen, doch erklärt sich dadurch nicht, weshalb nur 120 von rund 2.000 Tätern ermittelt werden konnten und – noch bemerkenswerter – bisher nur vier Verurteilungen und keinerlei Abschiebungen stattgefunden haben.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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