Kommunen sprechen sich gegen Salafisten-Auftritte aus

| 26. März 2016 | Kommentieren
Ortsschild Duisburg

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Veranstaltungen abgesagt

Von Torsten Müller

Duisburg – Radikalislamische Salafisten hatten für das Osterwochenende mehrere Veranstaltungen in nordrhein-westfälischen Kommunen angekündigt. Sowohl der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link als auch sein Essener Amtskollege Thomas Kufen hatten sich gegen die Veranstaltungen ausgesprochen. In den Städten sei kein Platz für radikale Prediger.

Angekündigt waren unter anderem der in Belgien wohnhafte Hassprediger Tarik Chadlioui und der Imam Abdelkader Chouaa. Bei beiden Predigern gehen die Sicherheitsbehörden davon aus, dass sie mit potentiellen Terroristen in Verbindung stehen. Chadlioui soll auch im engen Kontakt mit dem deutschen Salafisten Pierre Vogel stehen und in Belgien zu salafistischen Netzwerken gehören, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, junge Menschen zu radikalisieren.

Der Duisburger Oberbürgermeister Link und der Vorsitzende des Integrationsrates, Erkan Üstünay, sagten dazu: „Wir brauchen keine religiösen Hetzer in unserer Stadt. Radikale Einstellungen schaden dem friedlichen Zusammenleben. Deshalb wenden wir uns zusammen mit einer breiten Mehrheit der Duisburger Bevölkerung entschieden gegen solche Auftritte und Veranstaltungen. Wir wollen den seit vielen Jahren erfolgreich praktizierten Weg des interreligiösen Dialogs weiter gehen – wir in Duisburg reden miteinander und nicht übereinander.“

Beide Städte machten den Vereinen, die die jeweiligen Veranstaltungen ausrichten wollten, klar, dass die islamistischen Prediger unerwünscht seien. Die Moschee bzw. die sie tragenden Vereine würden sich außerhalb unserer Gesellschaft bewegen, wenn sie die Prediger einladen würden. In der Mitteilung heißt es weiter: „Daher ist es folgerichtig, dass die Moschee reagiert hat, indem sie den Hassprediger ausgeladen und mit einem Hausverbot belegt hat.“

Die Moschee-Gemeinde verteidigt sich nun mit Unwissen und will keine Erkenntnisse darüber gehabt haben, dass es sich bei den Predigern um Personen handele, die zu Hass aufrufen.

Trotz der Absage bleibt das nordrhein-westfälische Innenministerium alarmiert: „Wir haben die salafistische Szene im Blick, auch im Hinblick auf die Entwicklung in Duisburg und Essen.“

In den letzten Jahren wurde es vielerorts versäumt, wirksame Maßnahmen gegen das Entstehen radikalislamischer und salafistischer Gruppierungen und Szenen umzusetzen. Das Ergebnis sieht man heute: islamische Parallelgesellschaften und salafistische Hochburgen.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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