Kramp-Karrenbauer: „Angela Merkel ist die Richtige“

| 29. August 2016 | Kommentieren

Unzusammenhängende Betrachtungen, Teil 6

Für sie ist Angela Merkel „die Richtige“ - Annegret Kramp-Karrenbauer, Foto: Claude Truong-Ngoc / Wikimedia Commons - cc-by-sa-3.0

Für sie ist Angela Merkel „die Richtige“ – Annegret Kramp-Karrenbauer, Foto: Claude Truong-Ngoc / Wikimedia Commons – cc-by-sa-3.0

Die Überlegungen innerhalb der CDU über eine mögliche neue Kandidatur der Bundeskanzlerin Angela Merkel (62) nehmen zusehends apokalyptisch-romantische Züge an. Dabei hatte Merkel, seit 2005 Kanzlerin der Bundesrepublik, eine Festlegung in dieser Angelegenheit bislang vermieden.

Eine ganze Riege christdemokratlicher Prominenz beschwört nun die Alternativlosigkeit des bisherigen Kurses, nicht nur den Inhalten, sondern auch der dafür präsentierten Gesichtslosigkeit nach. Angela Merkel soll demzufolge weitermachen!

So äußerte sich Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Ich halte es für richtig, dass Angela Merkel wieder als Kanzlerkandidatin antritt.“ Auch der nordrhein-westfälische CDU-Landesvorsitzende Armin Laschet gab sich gegenüber derselben Zeitung einbahnstraßentreu: „Deutschland ist heute wirtschaftlich und politisch der Hort der Stabilität in Europa. Damit dies so bleibt, sollte Angela Merkel auch nach 2017 Bundeskanzlerin sein.“ Gerade im Fall Laschet zeigt sich der dogmatisch-religiöse Wesenszug in der Wahrnehmung der Welt seitens des merkelschen Gefolges. Auf die Frage nach der Entscheidung über die künftige Kanzlerkandidatur Merkels antwortete er: „Wie kann man eine Entscheidung verschieben, die gar nicht ansteht?“

Besondere Beachtung verdient auch die Unterstützung einer neuerlichen Merkelkanzlerschaft durch Annegret Kramp-Karrenbauer. Diese in der Wolle gefärbte Doppelnamensträgerin, seit 2011 Ministerpräsidentin des Saarlandes, war immer wieder selbst als Kronprinzessin, also mögliche Merkel-NachfolgerIn gehandelt worden, auch von Merkel selbst. Nun liefert sie jedoch inhaltlich überzeugende Argumente für eine Verzögerung ihrer Thronbesteigung: „Ich bin für eine weitere Legislaturperiode, weil Angela Merkel die Richtige ist“ wird sie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zitiert.

Am Rande fällt auf, daß auch die gleichsam als Zweitmerkel gehandelte Ursula von der Leyen weiblichen Geschlechts ist. Die dritte Person, deren Name in diesem Kontext fiel, Thomas de Maizière, entzieht sich bislang formal dieser Zuordnung, aber man soll bekanntlich die Hoffnung nie aufgeben, denn was nicht ist, kann ja noch werden.

Sollte Angela Merkel jedenfalls erneut Kanzlerin werden und auch die Legislaturperiode 2017-2021 durchhalten, wäre dies zwar eine unglaubliche Katastrophe für Deutschland und Europa, immerhin wäre sie damit aber genauso lange im Amt gewesen wie ihr politischer Ziehvater Helmut Kohl.

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Kategorie: Allgemein, Satire

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