Lucke-Partei auf der Suche nach Fusionspartnern

| 14. Juni 2016 | Kommentieren

Alfa will Neubeginn

Bernd Lucke, Foto: Wikipedia/WDKrause

Bernd Lucke, Foto: Wikipedia/WDKrause

Von Torsten Müller

Berlin – Die Partei des ehemaligen AfD-Chefs Bernd Lucke steckt in großen Schwierigkeiten. Nachdem sie kürzlich einen juristischen Streit um Namensrechte verloren hat, hat sich Lucke nun von der Parteispitze der Alfa zurückgezogen. Seine Nachfolgerin ist die Europaabgeordnete Ulrike Trebesius. Lucke und seine wenigen Getreuen scheinen erkannt zu haben, dass die Partei schon bald in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird, wenn sie bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr nicht mindestens einen Achtungserfolg vorweisen kann.

Da die Partei vor allem unter ihrem geringen Bekanntheitsgrad leidet, plant die Führung nun die Fusion mit anderen Kleinparteien. Lucke sagte mit Blick auf den geringen Bekanntheitsgrad der Partei: „Wir planen angesichts unseres unbefriedigenden Bekanntheitsgrades eine intensive PR-Phase für den Spitzenkandidaten mit möglichst hoher Präsenz bei externen Veranstaltungen, Verbänden und Medien.“

Trebesius zu den Fusionsverhandlungen wörtlich: „Wir führen im Moment Gespräche mit unterschiedlichen Parteien, möchten aber um Verständnis bitten, dass es sich hierbei um vertrauliche Gespräche handelt und wir uns deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht dazu äußern möchten.“ Unter anderem sollen Gespräche mit der erst jüngst gegründeten „Demokratische Bürger Deutschland“ (DBD), der FDP-Abspaltung „Neue Liberale“ und der „Deutschen Zentrumspartei“ geführt werden.

Doch zumindest die DBD ist als realistischer Fusionspartner ungewiss. Die Gespräche seien beendet worden, „weil Herr van Suntum und Herr Lucke mit gespaltener Zunge verhandelt haben.“, schreibt die „Wirtschaftswoche“. Weiter heißt es in dem Blatt: „Herr Lucke ist unseren Mitgliedern als Spitzenkandidat für die Bundestagswahl nicht vermittelbar“, so an dem Gespräch beteiligte Personen.

DBD-Chef Ralf Piekenbrock bedauerte, „dass wir nach einigen Gesprächen feststellen mussten, dass die Alfa nicht wirklich der Ideologie folgt, alle Parteien der bürgerlichen Mitte zusammen zu führen, sondern vielmehr lediglich versucht, den Absturz der eigenen Partei aufzuhalten.“

Die DBD will nun mit anderen Parteien die Fusionsverhandlungen fortsetzen. Die politische Laufbahn von Ex-AfD-Chef Lucke dürfte sich bald dem Ende zuneigen, da sich Alfa immer mehr als das erweist, als was sie der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, schon vor mehreren Monaten bezeichnet hatte: als eine „Totgeburt“.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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