MDM Group AG plant angeblich noch dieses Jahr Börsengang

| 8. Februar 2017 | Kommentieren

Wie realistisch kann bei 20 % Verzinsung geliefert werden?

MDM Group AG

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Meggen – Nachdem in der nicht enden zu scheinenden Niedrigzinsphase viele Sparanlagen, wie Tages- und Festgeldkonten kaum mehr eine Renditerelevanz aufweisen, werfen zunehmend Privatanleger einen Blick auf AIF-Publikumsfonds oder festverzinsliche Nachrangdarlehen. Diese bieten zuweilen um ein Wesentliches höhere Renditen, nur muss nicht jede Anlage, die hohe Rendite bietet gleich attraktiv sein. Eine Anlage in unternehmerische Beteiligungen steht nun einmal in einem engen Zusammenhang mit dem unternehmerischen Erfolg bzw. dem Gelingen oder Nichtgelingen einer Projektfinanzierung, für die Darlehen eingeworben werden. Erst jüngst griff auch das Handelsblatt diesen Komplex auf und thematisierte dabei Vorteile von Nachrangdarlehen, da diese neben einem festen Zinssatz oftmals eine höhere Transparenz als andere Anlageformen aufwiesen. In besagtem Bericht wurde als Beispiel auf die MDM Group AG als „gefragter Ansprechpartner“ verwiesen (siehe: http://unternehmen.handelsblatt.com/mdm-group-ag.html), die auch privaten Anlegern, einen Zugang zu diesen exklusiven Projektfinanzierungen ermöglichen, die vielfach nur institutionellen Anlegern vorbehalten bleiben.

Laut Handelsblatt beabsichtigt die MDM Group AG, deren Hauptgeschäftsbereiche der internationale Handel sowie die Spezialisierung auf Immobilienkomplexe als Investment darstellen, noch in diesem Jahr den Börsengang, was als ein gewisses Gütesiegel interpretiert wird. Die MDM Group ermöglicht privaten Anlegern eine unternehmerische Beteiligung in Form eines festverzinslichen Nachrangdarlehen ohne Kapitalbindung. Auch versteckte Kosten sollen nicht anfallen. Ab bereits 5000,- Euro ist ein Investment möglich. Oberflächlich betrachtet mag dies in der Tat verlockend klingen, doch stellt sich die Frage, wie wahrscheinlich es ist, ohne Kapitalbindung in relativ kurzer Laufzeit eine Verzinsung, die immerhin bis zu 20 Prozent betragen soll, zu erwirtschaften. Wer noch vor Weihnachten zeichnete soll sogar noch zusätzliche drei Prozent erhalten. Allerdings ist der vielzitierte Zusammenhang hoher Zinsrendite und dementsprechendem Risiko nicht gänzlich aus der Luft gegriffen.

Schließlich sollte jedem Anleger bekannt sein, dass grundsätzlich jedes Nachrangdarlehen mit dem Risiko eines Totalverlustes behaftet ist. Nach wie vor handelt es sich dabei um sogenanntes Mezzanine-Kapital. Dies heißt nichts anderes, dass im Falle einer Insolvenz andere Gläubige denjenigen, die besagte Nachrangdarlehen zeichnen, vorgezogen werden. – Es ist nicht wenig, was die MDM Group AG seinen Anlegern verspricht: dies muss erst einmal gehalten werden…

Von Rüdiger Dietrich

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Kategorie: Allgemein, Finanzen

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