Neuer Mid-Yield-Fonds von Vontobel aufgelegt

| 1. Juni 2016 | Kommentieren

Quo vadis Unternehmensanleihen?

geldVon Rüdiger Dietrich

Frankfurt a. M. – Anleihen sind einerseits eine Möglichkeit, sich abseits von Bankkrediten zu finanzieren und zum Anderen stellen sie für Kapitalanleger und Investoren eine weitere Anlageklasse neben Aktien, Immobilien, Rohstoffen und Devisen dar. Und nicht nur der Bund, Länder und Gemeinden geben Anleihen aus, sondern ebenso Industrieunternehmen. Letztere mitunter auch, um gewisse Sicherheitsleistungen seitens der Banken bei ihren Finanzierungen zu umgehen. Wenngleich auch eine wirtschaftliche Rezession nicht spurlos am Corporate Bond-Markt vorbeigeht, heißt es erfahrungsgemäß, dass Unternehmensanleihen nicht zwingend von einer boomenden Wirtschaft abhängig sind, sondern auf dem Boden moderaten, aber kontinuierlichen Wachstums mit niedriger Inflation gut gedeihen. Auch die langanhaltende Niedrigzinsphase beeinflusst den Markt, da die Suche nach Renditemöglichkeiten die Wahl riskanterer Zinspapiere befördert. In der Tat bewegen sich die Risikoaufschläge in letzter Zeit in den meisten Märkten über ihrem historischen Durchschnitt.

Je nachdem, ob man betreffend der weiteren weltwirtschaftlichen Entwicklung eher eine gedämpfte oder eine optimistische Einschätzung hegt und welche Leitzinsentwicklung eintritt, wird sich der Anleger bezüglich seiner Bond-Allokation im Portfolio über den Beimischungsanteil von Hochzinsanleihen zu Anleihen mit hoher Bonität bedenken. Ausfälle waren im Zuge des Ölpreisverfalls von Unternehmen aus der Energiebranche zu verzeichnen, weshalb im vergangenen Jahr Anleger mit Hochzinsanleihen aus dieser Branche im Durchschnitt etwa 20 % verloren. Nicht zuletzt aus diesem Grunde empfehlen Experten bei Hochzinsanleihen die Anlage in Fonds. Zudem stellen ein Gros des Hochzinsmarkts kleinere, oftmals weniger bekannte Unternehmen dar, worunter sich zuweilen auch Firmen mit einem hohen Verschuldungsgrad befinden. Vermehrt ist auch zu beobachten, dass Unternehmen ihren Investoren anstelle von Zinsen Aktien oder auch neue Anleihen anbieten. Ohne das dies als ein wissenschaftlich anerkannter Krisenindikator zu gelten habe, war selbiges jedoch zuletzt 2007 im Vorfeld der Finanzkrise in verstärktem Maße der Fall.

Interessant wird zu beobachten sein, welche Auswirkungen es haben wird, dass die EZB im Zuge der Ausweitung ihres Anleihenkaufprogramms neben Staatsanleihen nun auch Käufe von Firmenanleihen vornehmen will, wobei in erster Linie Unternehmen aus Italien und Spanien der Zugang zu Kapital erleichtert werden soll. Allerdings sind die Emittenten nicht in gleichmäßiger Breite über den Währungsraum gestreut und liegen eben nicht in erster Linie in besagten südeuropäischen Ländern. Zumal sich die Notenbank auf Anleihen mit guter Bonität beschränken möchte, die sich aufgrund ihres Ratings jedoch ohnehin auf dem Kapitalmarkt finanzieren können dürften. Immerhin legten seit der EZB-Entscheidung im März die Emissionen von Euro-Firmenbonds in Europa im Vergleich zum Vorjahreszeitraum merklich zu. Aktuell meldete für den Bond-Markt Vontobel Asset Management die Auflage des „Vontobel Fund – Global Corporate Bond Mid Yield“, der auf Mid-Yield-Unternehmensanleihen spezialisiert ist, die laut Vontobel zu den vielversprechendsten Segmenten des Anleihenmarkts zählen. Mit dem Fonds, den Christian Hantel verwaltet, wird darauf abgezielt, die Chancen dieser Anlageklasse im Ratingbereich A+ bis BBB- zu nutzen.

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Kategorie: Allgemein, Finanzen

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