Neues Urteil des EGMR schützt die Familie

| 14. Juni 2016 | Kommentieren

Unzusammenhängende Betrachtungen, Teil 2

Gebäude des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Straßburg, Foto: Wikipedia/CherryX

Gebäude des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Straßburg, Foto: Wikipedia/CherryX

Von Ruedi Strese

Vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte konnten Familien und wertorientierte Menschen entgegen der aktuellen Mode einen nicht unerheblichen Sieg erringen. In einem aktuellen Fall bestätigte der EGMR einstimmig, daß die Bezeichnung „Ehe“ ausschließlich der Verbindung von einem Mann und einer Frau vorbehalten ist.

Im Jahr 2004 hatten Stéphane Chapin und Bertrand Charpentier, zwei Herren aus Frankreich, vor dem Bürgermeister einer Kleinstadt in Frankreich eine „gleichgeschlechtliche Ehe“ geschlossen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde diese jedoch vom zuständigen Gericht in Bordeaux für nichtig erklärt. Die beiden Herren sahen dadurch ihr Menschenrecht auf Eheschließung und Familiengründung gemäß Artikel 12 sowie ihr Recht auf Achtung ihres Familienlebens gemäß Artikel 8 der Menschenrechtskonvention verletzt.

Tatsächlich war jedoch keinem der beiden Herren je verboten worden, irgendeine erwachsene und damit einverstandenen Frau ihrer Wahl zu ehelichen. Ähnlich schien es auch der EGMR zu sehen und wies diese Woche den Antrag zurück und bekannte sich zu der Auffassung, daß der Begriff „Ehe“ im Artikel 12 eindeutig für eine Verbindung zwischen Mann und Frau reserviert ist.

Edit Frivaldszky aus Ungarn, die dort u.a. durch eine Online-Petition gegen die als frühe „sexuelle Aufklärung“ getarnte Form des Kindesmißbrauchs auf sich aufmerksam gemacht hat und nun den Bürgerausschuß der europäischen Bürgerinitiative „Vater, Mutter, Kind“ leitet, begrüßte das Urteil: „Es erfüllt uns mit großer Genugtuung, dass der Gerichtshof den Standpunkt, den auch unsere Bürgerinitiative vertritt, mit solcher Klarheit und Entschiedenheit bekräftigt hat: die Ehe zwischen Mann und Frau ist etwas Besonderes und Einzigartiges. Ein wesentlicher Zweck der Ehe ist das Wohl der Kinder – und das Kindeswohl gebietet es, in der Einheit und Liebe von Vater und Mutter aufzuwachsen. Die Menschenrechtskonvention bietet keine Grundlage für frivole Versuche, die Gesetzgeber in den einzelnen Mitgliedstaaten zur Neudefinierung der Ehe zu zwingen. Wenn von gewissen Kreisen behauptet wird, daß die ‚gleichgeschlechtliche Ehe‘ ein Menschenrecht sei, dann ist spätest

ens jetzt klar: solche Behauptungen sind falsch, entbehren jeder Grundlage, und erfolgen wider besseres Wissen.“
Es ist ergänzend anzumerken, daß niemand den beiden Herren Chapin und Charpentier untersagt, zusammenzuleben und privat ihren privaten Neigungen nachzugehen. Ihrem Ansinnen, für diese den Begriff der Ehe offiziell strapazieren zu dürfen, wurde allerdings nicht entsprochen. Es ist, ganz allgemein festgestellt, immer wieder bemerkenswert, mit welcher Vehemenz zeitgeistkonforme Zeitgenossen, die sonst der Ansicht sind, die Ehe sei nichts Heiliges oder Besonderes, sondern „nur ein Stück Papier“, um genau dieses „Stück Papier“ kämpfen.

Die Gesittung dahinter ist im Grunde die einer Pechmarie, die, nachdem Goldmarie für ihren Fleiß belohnt wurde, anfängt, Frau Holle zu terrorisieren, um für ihre Faulheit den gleichen Lohn zu bekommen. Auch wenn dieses Vorgehen sich insbesondere im sinnentleerten Europa der Gegenwart als Erfolgsrezept herausgestellt hat – hier hat es einmal nicht funktioniert.

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Kategorie: Allgemein, Gesellschaft

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