Postmortem – Start der neuen Romanserie von Alexander Merow

| 25. Oktober 2016 | Kommentieren

Europas dunkle Zukunft in der Literatur

Postmortem 1 - Die Leute von Wallheim - Alexander Merow

Postmortem 1 – Die Leute von Wallheim – Alexander Merow

Von Ruedi Strese

Alexander Merow hat als Autor mehrerer Romanreihen bereits eine treue Stammleserschaft gewinnen können. Bereits abgeschlossen ist die dystopische Reihe „Beutewelt“, auf die nächste Fortsetzung warten die SciFi-Serie „Das aureanische Zeitalter“ sowie die sich um den Orkhäuptling Grimzhag drehende „Antariksa-Saga“.

Nun legt Merow mit „Die Leute von Wallheim“ den ersten Teil seiner neuen Reihe vor, betitelt „Postmortem“. Auch hier entwirft er ein Zukunftsszenario, doch anders als zur in „Beutewelt“ erdachten Entwicklung, hat sich diesmal die um 2040 von Osteuropa ausgehende Befreiungsbewegung der Völker nicht gegen die 2018 errichtete Weltregierung der Logenbrüder durchsetzen können, und als deren Macht 2179 zerfiel, hinterließ sie Europa in Trümmern und multiethnischem Chaos.

Schauplatz der Handlung ist Schweden, dessen Städte noch einmal etwa 100 Jahre später völlig zerfallen und in der Hand von Degenerierten und kriminellen Gangs sind. Weiter im Norden des Landes jedoch hatten sich einst deutsche Aussiedler niedergelassen, und deren Lebensort Wallheim ist mit der Zeit zu einer kleinen Stadt angewachsen und glücklicherweise von den Gangs unentdeckt geblieben. Allerdings mangelt es auch hier an funktionierender Technik, und so beschließt der Stadtvorsteher, eine Expedition nach Stockholm zu senden, um dringend benötigte Ersatzteile zu holen – eine Entscheidung mit ungeahnten Folgen.

Hauptheld der Geschichte ist ein Junge, welcher den Namen des germanischen Sonnengottes Baldur trägt, zudem lassen Namen der Wallheimer wie Fichte und Jahn mit anzunehmenden Bezügen zur deutschen Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts den Rezensenten zum Auftakt des Buches ob eines gewissen Klischee-Overkills die Stirn runzeln und schmunzeln, doch je weiter es in die Handlung hineingeht, desto mehr fesselt diese und läßt solche Nebensächlichkeiten vergessen.

Dabei geht es überaus heftig und ohne Rücksicht auf politische Korrektheit zur Sache, und auch eine gute Portion Humor wird mit in die Suppe gerührt. Alles in allem beweist der Autor auch mit dem Erstling von „Postmortem“, daß er in der Lage ist, höchst unterhaltsame Bücher zu schreiben. Erschienen im Engelsdorfer Verlag unter ISBN-13: 978-3-96008-457-0, 250 Seiten, erhältlich für 12,95€.

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Kategorie: Allgemein, Kultur

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