Rainer Wendt räumt Tricksereien bei Statistiken ein

| 6. Oktober 2016 | Kommentieren

„Vorbilder statt Spiegelbilder“

Rainer Wendt, Quelle: dpolg.de

Rainer Wendt, Quelle: dpolg.de

Von Torsten Müller

Berlin – Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, hat sich einmal mehr mit markigen Äußerungen zu Wort gemeldet. Wendt, der schon häufiger knallharte Fakten zur tatsächlichen Sicherheitssituation in Deutschland präsentierte, wies darauf hin, dass der Kampf gegen die ausufernde Kriminalität in unserem Land zum Teil schon verloren sei. Viele positive Statistiken der Polizei seien nicht wirklich aussagekräftig.

Wendt dazu wörtlich: „Es stimmt, manche Straftaten werden weniger, doch das kann man steuern. Wenn ich als Polizeichef will, dass in meiner Stadt die Rauschgiftkriminalität sinkt, dann schicke ich die dafür zuständigen Kollegen in die Verkehrskontrolle. Dann verspreche ich Ihnen, dann sinkt die Rauschgiftkriminalität – zumindest statistisch.“

Aus dem Ruder laufende Abiturfeiern, brutale Intensivtäter und Bandenkriminalität hätten ihre Ursachen in zerbrochenen Familien, aber auch in fehlenden Vorbildern. Diese Situationsbeschreibung versieht der Polizei-Funktionär mit einem Seitenhieb in Richtung des Bundestags, der zum Teil ein „Spiegelbild der Gesellschaft“ sei, was nicht nur positiv zu sehen ist. Mit Blick auf die Grünen-Politikerin Claudia Roth meint er, dass man keine Abgeordnete brauche, die „am einen Tag kreischend auf irgendwelchen Gleisen sitzt und die Polizei nervt“, kurz darauf bei linksradikalen Demonstrationen mitläuft „und am nächsten Tag wieder als Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages im Parlament sitzt“.

Auch mit Roths Grünen-Kollegen Volker Beck geht Wendt hart ins Gericht, der „das mit der Liberalisierung der Drogenpolitik für sich schon mal vorweggenommen hat und kurz darauf wieder als Besserwisser mit moralischer Attitüde im TV-Studio auftritt“.

Wendt weiter zur Praxis- und Realitätsferne vieler Politiker: „Mir sind Leute suspekt, die zwar wissen, wie der Berliner Drogenmarkt funktioniert, aber keinen Kontakt zum Arbeitsmarkt hatten.“ Auch die Zuwanderung und der Versuch der Integration bringe große Probleme mit sich: „Es kann nicht laufen, dass wir die Integration schon mal grundlegend vermasselt haben, und dann sagen, jetzt kommen 1,5 Millionen in kurzer Zeit, aber diesmal schaffen wir das.“ Das sei nicht zu glauben, wenn man im Ruhrgebiet und anderswo arabisch geprägte Viertel sehe, „mit eigenen Friedensrichtern und in manchen Stadtteilen Berlins auch mit einer eigenen Straßenverkehrsordnung“.

Wendts Worte sind markant und mutig, man darf gespannt sein, wie lange ihn seine Partei – die CDU – noch gewähren lässt.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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