„Reden hilft immer“ – im Gespräch mit Nana Domena

| 2. August 2016 | Kommentieren

Das Gesprächsprojekt „Multikulti trifft Nationalismus“

Nana Domena und Frank Krämer von "Multikulti trifft Nationalismus"

Nana Domena und Frank Krämer von „Multikulti trifft Nationalismus“

Die Fragen stellte Ruedi Strese

Als der von ghanaischen Eltern stammende Moderator Nana Domena nach den Ereignissen der Kölner Silvesternacht in eine PEGIDA-Demo hineinging, richteten sich die Kameras der anwesenden Journalisten auf ihn. Allerdings kam es, wohl zu deren Enttäuschung, zu keiner medientauglichen Gewalttat, sondern zu einer lebhaften Diskussion mit dem Stahlgewitter-Musiker Frank Krämer. In Folge entstand ein umfangreicheres Gesprächsprojekt, betitelt „Multikulti trifft Nationalismus“. Zwischen all seinen Terminen schaffte Nana Domena es tatsächlich, uns einige Fragen dazu zu beantworten.

Nortexa: Herr Domena, Sie sind in Deutschland aufgewachsen, sprechen perfekt deutsch, können als Paradebeispiel für Integration gelten…

Domena: Paradebeispiel will ich jetzt nicht sagen, ich tue auch einiges dafür. Von allein kommt nichts.

Nortexa: Was denken Sie, warum ist Ihnen gelungen, was in so vielen anderen Fällen nicht gelingt? Günstige Umstände? Eigeninitiative? Andere Aspekte?

Domena: Ich bin eher der Kämpfertyp, ich spreche zwar fließend Deutsch, bin aber trotzdem fremd, also was tun, lerne die Sprache perfekt und sei ein Vorbild. Es ist eigentlich so einfach, kein Plan warum die meisten es nicht auch machen.

Nortexa: Wenn ich es richtig sehe, stellte die Silvesternacht in Köln für Sie einen Wendepunkt dar. Was ist seither verschieden? Für die Mehrheit der Deutschen, für Zuwanderer allgemein, für Sie speziell…?

Nana Domena und Frank Krämer von "Multikulti trifft Nationalismus"

Nana Domena und Frank Krämer von „Multikulti trifft Nationalismus“

Domena: Leider merkt man es extrem, vorher war Köln wirklich sehr offen, jetzt wird man von allen Seiten schief angeschaut, echt nervig und unangenehm…

Nortexa: In Folge sahen Sie sich eine PEGIDA-Demo an, gingen plötzlich auf die Demonstranten zu und lernten einen bekennenden Nationalisten kennen…

Domena: Ja, das stimmt, hätte niemals mir vorstellen können, daß soviel entsteht, Positives…

Nortexa: War es bereits vorher Ihr Wunsch, mit einwanderungskritischen Deutschen über das Themenfeld Migration, Multikulti etc. zu sprechen, oder ergab sich das erst durch den Kontakt mit Frank Krämer?

Domena: Ich muß ehrlich sein, interessiert habe ich mich natürlich immer dafür, aber die Intensität kam mit Frank.

Nortexa: Aus dieser Begegnung ergab sich ein faszinierendes Projekt. Zwei Videos zum Thema, „Multikulti trifft Nationalismus“ entstanden und fanden große Mengen an Zuschauern, es gab viel Zuspruch und auch Kritik. Anscheinend haben Sie einen Nerv getroffen…

Domena: Hier paßt wieder das Schicksal, wir sind ganz blauäugig in die Thematik eingestiegen und schaue her, was passiert ist. Dinge die nicht unter Druck entstehen, sind meistens erfolgreicher. Wir gehen ganz locker Schritt für Schritt nach vorne und bekommen das, was wir verdienen.

Nortexa: Der letzte große Schritt bislang war eine offene Diskussion. Sie hatten geahnt, daß diese Diskussionsrunde, die Sie veranstaltet haben, nicht nur auf Zustimmung treffen würde. Am Ende wurde ein nicht unerheblicher Druck ausgeübt…

Nana Domena und Frank Krämer von "Multikulti trifft Nationalismus"

Nana Domena und Frank Krämer von „Multikulti trifft Nationalismus“

Domena: Das war echt hart, man hat meine Kunden angeschrieben, mir gedroht und vieles mehr. Aber wie gesagt, ich bin ein Kämpfer, man muß mich leider erst töten, um mich still zu machen. Aber bitte nicht wörtlich nehmen 😀

Nortexa: Sie haben berichtet, daß Gegner ihres Projekts versucht haben, Ihnen Kunden abspenstig zu machen. Können Sie uns dazu Näheres verraten?

Domena: Meine Kunden waren zum Glück auf meiner Seite, weil sie natürlich wissen, wie schwer es für mich jetzt geworden ist. Der Junge, der eigentlich nie Probleme hatte, wird auf einmal in der Stadt von der Polizei überprüft usw..

Nortexa: Am Ende diskutierten Linke, Rechte und Ausländer miteinander, zwar bisweilen hitzig, doch friedlich. Wer jedoch fehlte, waren sämtliche etablierten Parteien, von der Linken bis zur CDU. Was ist Ihre Erklärung dafür?

Domena: Die haben natürlich viel zu viel Schiß, daß man durch solch eine Veranstaltung ins falsche Licht gerückt wird. Was natürlich nur vorgeschoben wird; man will nicht, daß man sich friedlich versteht.

Nortexa: Denken Sie, daß die verschiedenen Seiten der Diskussionsrunde vielleicht wirklich etwas voneinander gelernt haben?

Domena: Ich denke schon, selbst Jan Sicars von den Piraten kam mit Frank sehr gut aus und umgekehrt genauso. Das ist nur ein Beispiel, Reden hilft immer.

Nortexa: Ist eine Fortsetzung dieses Projekts geplant? Wie könnte diese aussehen?

Nana Domena und Frank Krämer von "Multikulti trifft Nationalismus"

Nana Domena und Frank Krämer von „Multikulti trifft Nationalismus“

Domena: Als nächstes planen wir eine Video-Talkrunde, ohne Zuschauer, um genauer die Themen anzusprechen, die große Runde machen wir evtl. Anfang 2017.

Nortexa: Herr Domena, vielen Dank für das Interview!

Domena: Sehr gerne, und sorry für die Verspätung, ich fliege wöchentlich um den halben Planeten für meine Jobs und komme kaum zum Antworten. Posten geht immer kurz, aber für solche wichtigen Themen will ich mir Zeit nehmen. Alles Gute wünsche ich Ihnen.

 

Mehr über das Projekt von Nana Domena und Frank Krämer:
https://multikultitrifftnationalismus.wordpress.com/

 

Zur Person: Nana Domena wurde 1981 in Marl (Kreis Recklinghausen) als Kind ghanaischer Eltern geboren. Nach seinem Abitur im Jahr 2000 besuchte er eine Schauspielschule. Seither war er unter anderem als Tänzer, Kreisfußballspieler, Kampfsportler, Moderator und Unternehmer tätig. Anfang 2016 lernte er Frank Krämer kennen, woraus das Diskussionsprojekt „Multikulti trifft Nationalismus“ entstand.

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Kategorie: Allgemein, Im Gespräch

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