Rodrigo Duterte: „John Kerry ist ein Verrückter“

| 26. August 2016 | Kommentieren

Neuer Kurs der Philippinen unter ihrem neuen Präsidenten?

Rodrigo Duterte im Juni 2016

Rodrigo Duterte im Juni 2016

Von Ruedi Strese

Manila – Die Philippinen, bisher ein recht zuverlässiger Verbündeter des Westens im indopazifischen Raum, scheinen unter ihrem neuen Präsidenten Rodrigo Duterte einen zunehmend eigenständigen Kurs zu fahren. Nicht nur nähert man sich der asiatischen Großmacht China an, auch werden die USA und die Vereinten Nationen selbst ohne diplomatische Schminke scharf kritisiert.

Zwischen China und den Philippinen herrschen Unstimmigkeiten über die territoriale Zugehörigkeit der im Südchinesischen Meer gelegenen Spratley-Inseln. Die USA haben dies bislang für sich genutzt, um mit den verschiedenen Staaten der Region, namentlich Vietnam, Malaysia und Brunei, welche gleichfalls Ansprüche erheben, hinsichtlich dieser Frage eine gemeinsame antichinesische Front zu bilden.

Nun scheinen die Philippinen aus dieser auszuscheren. Bereits vor seiner Wahl hatte Duterte die Aufnahme von Verhandlungen angekündigt, nun hat er sich erneut dazu geäußert. Das Treffen wäre „näher, als man denkt, und vielleicht noch in diesem Jahr“. Gleichzeitig betonte er, diese Konflikte nicht auf dem kommenden ASEAN-Gipfel in der laotischen Hauptstadt Vientiane diskutieren zu wollen, sondern in direkten Verhandlungen mit China. Bilaterale Gespräche mit anderen ASEAN-Mitgliedern seien im Rahmen des Gipfels jedoch durchaus möglich.

Rodrigo Duterte war bereits zu seiner Zeit als Bürgermeister der Millionenstadt Davao City auf Mindanao, der zweitgrößten philippinischen Insel, durch unnachgiebige Härte gegen Drogendealer und kriminelle Banden aufgefallen. Gegner werfen ihm Menschenrechtsverletzungen vor, das Volk dankte ihm die gestiegene Sauberkeit und Sicherheit durch eine enorme Popularität.

Diesen Kampf gegen Drogen setzt er seit seiner Wahl zum Präsidenten auf den gesamten Philippinen fort. Dafür gab es Kritik seitens der Vereinten Nationen. Duterte antwortete unverblümt: „Wenn Sie Syrien und den Irak bombardieren, wenn Sie Gemeinschaften töten; und wenn Sie Kinder und Menschen im Krankenhaus töten, was ist das? Und warum tun die Vereinten Nationen nichts? Ich sehe niemanden in dieser dummen Körperschaft, der sich über den Gestank dort, den des Todes, beschwert.“ Sogar die Möglichkeit eines UN-Austrittes hatte Duterte erwogen.

Anfang dieses Monats hatte Duterte sich nach dem Besuch des US-Außenministers John Kerry gegenüber der Armee abfällig über diesen geäußert: „Ich hatte einen Streit mit seinem (Kerrys, Anm. d. Red.) Botschafter. Ich sagte ihm: ‚Dein Botschafter ist ein schwuler Hurensohn.‘ Kerry kam her und wir aßen, und er ließ mir und Delfin (Verteidigungsminister Delfin Lorenzana, Anm. d. Red.) 33 Millionen Dollar… Ich sagte: ‚OK; vielleicht sollten wir sie mehr beleidigen, so daß dieser Verrückte uns mehr Geld geben wird, nur um Frieden zu machen.’“

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Kategorie: Allgemein, Außenpolitik

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