Interessante AHK-Umfrage zu Folgen der Russland-Sanktionen

| 19. September 2017 | 1 Kommentar

Sanktionsgesetz gegen Russland stößt bei deutscher Wirtschaft auf Ablehnung

Kreml Moskau, Foto: alexandergusev.com, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Kreml Moskau, Foto: alexandergusev.com, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Berlin – Eine aktuelle Umfrage der Außenhandelskammer beleuchtet die direkten und indirekten Folgen der Sanktionen gegen Russland sowie die Haltung der deutschen Wirtschaft hierzu. Das von den USA Anfang August beschlossene Sanktionsgesetz gegen Russland stößt bei der deutschen Wirtschaft vor Ort auf überwältigende Ablehnung. Das belegt eine Umfrage, die die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK Russland) in der vergangenen Woche vorgestellt hat. An der Erhebung beteiligten sich 193 im Russland-Geschäft engagierte Unternehmen. Davon bewerteten 97 Prozent die jüngsten US-Strafmaßnahmen als „eindeutig negativ“ oder „eher negativ“. Das Gesetz ermächtigt den US-Präsidenten, internationale Betriebe zu sanktionieren, die mit staatsnahen Unternehmen in Russland zusammenarbeiten. Dies verunsichert die dort aktive deutsche Wirtschaft, wie die AHK-Umfrage zeigt: 52 Prozent der Befragten gaben an, von den Sanktionen potenziell betroffen zu sein. Zwei Drittel erwarten Umsatzeinbußen, zwölf Prozent davon sogar schwere.

Auch dasjenige Drittel der Firmen, für die noch unklar ist, ob die Sanktionen Auswirkungen auf laufende Projekte haben werden, berichtet dennoch bereits von einsetzender Zurückhaltung der Investoren.  Es herrscht Ungewissheit und geringe Risikobereitschaft. Teilweise seien Geschäftspartner schon gänzlich von Projekten zurückgetreten. Die US-Strafmaßnahmen richten sich zwar vor allem gegen Energieunternehmen – konkret gegen das Pipeline-Projekt Nord Stream 2, mit dem russisches Gas in die EU transportiert werden soll. Dennoch erklärten 38 Prozent der befragten Unternehmen, über Zulieferer und Kunden indirekt betroffen zu sein. Damit würden auch Betriebe unter anderem im IT-, Beratungs-, Finanz-, Logistik- und Messebereich unter den Sanktionen leiden. 72 Prozent der Befragten wollen dessen ungeachtet ihre Aktivitäten und Investitionsvolumen vor Ort beibehalten.

Ein weiteres Ergebnis der Erhebung zeigt, dass 70 Prozent Befragten die Sanktionen für überwiegend nicht politisch, sondern wirtschaftlich motiviert halten. 73 Prozent fordern die deutsche Bundesregierung und die EU auf, mit Gegenmaßnahmen zu reagieren, falls europäische Firmen tatsächlich von US-Sanktionen getroffen werden sollten.

Von Reinhold Meier

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Kategorie: Allgemein, Politik

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