Sebastian Edathy in Nordafrika

| 28. Mai 2016 | Kommentieren

Ein „struktureller Borderliner“ unter Pädophilie-Verdacht

Der Platz Djemaa el Fna in Marrakesch (Marokko) gilt als beliebtes Ziel von Pädophilen, Foto: Boris Macek

Der Platz Djemaa el Fna in Marrakesch (Marokko) gilt als beliebtes Ziel von Pädophilen, Foto: Boris Macek

Von Ruedi Strese

Sebastian Edathy, früher ein nicht ganz unbedeutender SPD-Politiker, heute zumindest noch SPD-Mitglied, hatte sich 2014 bekanntlich wegen einer Kinderporno-Affäre aus der Politik zurückgezogen und sich ins Ausland begeben. Nun lebt er in Nordafrika. Edathy war von 1998 bis 2014 Mitglied des Bundestages gewesen. Dort war er von 2005 bis 2009 Vorsitzender des Innenausschusses, von 2009 bis 2013 Mitglied des Rechtsausschusses. Seit 2012 leitete er zudem den NSU-Ausschuß. Hierbei stellte er immerhin auch einige unbequeme Fragen, und es wäre zumindest möglich, zu glauben, daß dies dazu beigetragen hat, daß gegen ihn wegen des Verdachts auf den Besitz kinderpornographischen Materials überhaupt ermittelt wurde.

In Folge legte er zunächst im Februar 2014 sein nur kurz ausgeübtes Amt als Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft zurück und verdrückte sich anschließend ins Ausland. Nun hat er seinen neuen Wohnsitz in Nordafrika, und von dort gab er dem Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ ein Interview. In diesem erklärte er über sich, er sei „strukturell generell ein Borderliner“, habe aber „kein sexuelles Interesse an Minderjährigen“. Das klingt ein wenig sonderbar, da er fragliche Filme über Jahre hinweg mehrfach bestellt hatte, aber sonderbar ist ja vieles. In seinem Exil (das klingt so nach politisch Verfolgtem…) am Rande einer Stadt in Nordafrika lebt er mit seinem Lebenspartner, der dort als Hotelmanager arbeite, und mit diesem wolle er später in Deutschland eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen.

Nun ist allerdings ausgerechnet ein Land in Nordafrika – konkret: Marokko – ein besonders beliebter Zufluchtsort europäischer Kinderschänder. Ein Licht auf diese Tatsache fiel im Jahr 2013, als der marokkanische König den verurteilten spanischen Pädophilen Daniel Fino Galván begnadigte, was zu heftige Volksprotesten führte. Der König hatte anschließend die Begnadigung zurückgenommen, aber das Thema blieb aktuell.

Zuvor hatte es schon ähnliche Fälle gegeben, in Berichten zu diesen war Marokko als Oase für Kinderschänder dargestellt worden, für Europäer dank RyanAir leichter und billiger zu erreichen als entsprechende Ziele in Südostasien. Trotz seiner recht strengen Gesetze war Marokko schon lange ein bevorzugter Anlaufpunkt für Homosexuelle gewesen, Geschlechtsumwandlungen wurden dort bereits durchgeführt, als diese in Europa noch nicht erlaubt waren. Die nachlässige Praxis der marokkanischen Behörden bei der Durchsetzung geltender Gesetze erstreckt sich auch auf weitaus weniger harmlose Bereiche. Speziell der Ort Marrakesch gilt als „Bangkok Afrikas“ und „Mekka für Kinderschänder“. Der berühmte Platz Djemaa el Fna ist dabei besonders notorisch, Zuhälter bieten dort 10-13jährige Kinder an.

Ist das ungenannte Land, in dem sich Edathy aufhält, Marokko? Und die Stadt Marrakesch? Die Frage, warum ein Edathy, dem die zuvor erwähnten Tatsachen bekannt sein dürften, ausgerechnet in Nordafrika Zuflucht sucht und nicht in einem der zahlreichen westlichen Länder, wo Homosexuelle generell keine oder kaum Schwierigkeiten haben, muß erlaubt sein und hinterläßt zumindest einen unschönen Beigeschmack.

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Kategorie: Allgemein, Gesellschaft

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