Sigmar Gabriel: „Ich mag Angela lieber als Papi“

| 8. Mai 2016 | Kommentieren
Sigmar Gabriel, Bild: A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace), CC BY-SA 3.0

Sigmar Gabriel, Bild: A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace), CC BY-SA 3.0

Sozialdemokratie auf dem absteigenden Zweig?

Von Ruedi Strese

Vor kurzem hieß es noch, Sigmar Gabriel wäre mit Sicherheit der nächste Kanzlerkandidat der SPD. Nun gehen Gerüchte um, der voluminöse SPD-Chef wolle das Handtuch werfen. Ein Besuch im Kanzleramt sollte uns Klarheit verschaffen.

Am Eingang empfangen uns Herr Gabriel und Angela Merkel. „Wir haben uns eigentlich schon jeden Tag hier getroffen, um die Schlüsselübergabe für 2017 vorzubereiten“ fängt die sehr populäre Kanzlerin an. „Aber das wird ja nun wohl nichts mehr. Seit die AfD sich anschickt, die SPD einzuholen, hat Siggi keine Lust mehr auf Politik.“

Wir gehen durch einen prachtvollen Flur, an der Wand hängen umgedrehte Porträts eines alten Mannes. „Das ist mein Vater, der Nazi. Dieser Nazi war ein Nazi, das muß man sich mal vorstellen, so ein Nazi! Ich habe hier sein Bild umgedreht aufgehängt, damit ich als Kanzler immer daran denke, daß so etwas nie wieder passieren darf! Nie wieder! Ich werde alles andersrum machen!“ Dann stockt er und weint. „Naja, wäre ich Kanzler, würde ich alles anders machen.“

Wir kommen an einem Zimmer vorbei, welches bis zur Decke mit Kuscheltieren gefüllt ist. „Alles meine!“ verkündet Gabriel stolz und lacht. „Da sind alle dabei! Micky Maus, Goofy, Sponge Bob, Karius und Baktus. Mein Parteifreund Edathy und ich spielen hier öfter zusammen.“ Dann stockt er und weint. „Naja, würde ich Kanzler, könnte ich jeden Tag hier spielen… zum Glück nimmt Angela meine Sorgen ernst.“

Wenn Herr Gabriel das Handtuch werfen will, auf wen wird er damit zielen? Bestimmt wirft er, als alter Hase im Geschäft, es doch nicht nur planlos in die Luft, oder? Auf die laut ausgesprochene Frage zuckt plötzlich der bislang unauffällig im Hintergrund abhängende Ralf Stegner zusammen. „Aber nicht wieder mit Seife darin“ wimmert er. „Nein, Ralf“ lacht der Noch-Parteichef und wendet sich wieder an uns: „Er hat einfach ein bezauberndes Antlitz und einen freundlichen Umgangston. Mit ihm werden wir Deutschland wieder für die SPD begeistern können.“

Was er selbst nun machen wolle, fragen wir Herrn Gabriel. Der zögert. Schließlich rückt er doch mit der Sprache raus. „Im Grunde sehe ich in der Politik keine Zukunft mehr für mich. Vielleicht werde ich mich dem Islamischen Staat in Libyen anschließen, und mit Gewaltexzessen dafür sorgen, daß viele Menschen nach Europa fliehen und die Flüchtlingsunterkunft, die mein Freund Til Schweiger dann ganz alleine bauen wird, gut belegt ist. Ich würde dann pro Flüchtling ein paar Prozente des Gewinns abbekommen. Aber andererseits glaube ich, daß ich für solche Abenteuer zu alt bin. Wahrscheinlich ziehe ich einfach alleine bei Til ein.“

Als einziger Flüchtling in so einer Riesenunterkunft? „Ja, vielleicht kommt ja dann und wann eine linke Sozialarbeiterin zum Schäferstündchen vorbei. Wenn nicht, muß ich wohl auf Silvester warten.“ Nun wird die Kanzlerin, welche die letzte Zeit geschwiegen hatte, doch wieder lebhafter. Mit einem süßen Lächeln schaut sie Gabriel an und macht mit ihren Händen unübersehbar das Zeichen. Der schüchterne Sozialdemokrat errötet: „Ich mag Angela lieber als Papa.“. „Politik ist nicht das Leben“ sagt die vermutlich bald scheidende Kanzlerin. Hat es nicht etwas Beruhigendes, zu sehen, daß auch so mächtige Politiker nur Menschen sind?

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Kategorie: Allgemein, Satire

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