Sigmar Gabriel wirft hin – Martin Schulz soll folgen

| 24. Januar 2017 | Kommentieren

So oder so schwacher Kandidat gegen Merkel

Martin Schulz (SPD), Foto: martin-schulz.eu

Martin Schulz (SPD), Foto: martin-schulz.eu

Überraschend hat der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel erklärt, auf die Kanzlerkandidatur verzichten zu wollen. Damit wäre der Weg für den jetzigen EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz frei, der schon seit einiger Zeit für dieses Amt gehandelt wird. Offenbar könnte Schulz auch Parteivorsitzender werden. Das müsste allerdings ein Sonderparteitag der SPD klären. Angela Merkel dürfte das wahrlich unbeeindruckt lassen, wirken Gabriel und Schulz doch gleichermaßen blass gegen eine Kanzlerin, die nicht zuletzt durch die Flüchtlingskrise zwar angeschlagen, aber dennoch relativ fest im Sattel sitzt.

Das Präsidium und der Parteivorstand müssten die Planungen noch absegnen. Am Mittwoch soll die SPD-Bundestagsfraktion zusammenkommen, um über die Vorstellung zu sprechen. Die Kanzlerin sieht sich zwar zunehmend öfter auch Kritik aus der eigenen Partei ausgesetzt, allerdings ist die Union schlau genug, auf verunsichernde Streitereien vor der Bundestagswahl zu verzichten. Zuletzt machte Erika Steinbach von sich und der CDU reden, als sie ihren Austritt aus der Union bekannt gab und die AfD lobte.

Lange war ungewiss, ob Angela Merkel eine weitere Amtszeit anstrebt. Sie wird sich gut überlegt haben, dass sie trotz schwieriger politischer Rahmenbedingungen gegen die schwächelnde SPD gute Chancen haben wird. Zudem gibt es in der CDU kaum noch Personal in der ersten Reihe. Auch in der Union ist immer wieder die Kritik zu hören, Merkel habe alle potentiellen Kandidaten neben sich weggebissen. Stimmen Präsidium und Parteivorstand zu, wird es also zwischen CDU und SPD auf eine Kandidatur zwischen Merkel und Schulz hinauslaufen. Der Kanzler wird dann ohnehin nicht direkt vom Volk, sondern im Bundestag gewählt.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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