Soll der nächste Bundespräsident ein Moslem sein?

| 19. Oktober 2016 | Kommentieren

Skurrile Debatte

Joachim Gauck, Foto: Kleinschmidt / MSC

Joachim Gauck, Foto: Kleinschmidt / MSC

Von Torsten Müller

Berlin – Nachdem mehrere Studien und Umfragen belegt haben, dass die Mehrheit der Deutschen dem Islam skeptisch gegenübersteht, viele Deutsche eine drohende Islamisierung des Landes fürchten und der Großteil der Menschen in unserem Land nicht der Auffassung ist, dass der Islam zu Deutschland gehört, kann diese Debatte nur als skurril bezeichnet werden.
Noch-Bundespräsident Joachim Gauck hat nun den Vorschlag gemacht, ob nicht auch ein Moslem das künftige Staatsoberhaupt der Bundesrepublik sein könnte. Nachdem er vor einigen Monaten angekündigt hatte, dass er nicht noch einmal zur Wahl des Bundespräsidenten antreten wolle und auch die von der SPD ins Spiel gebrachte Margot Käßmann bereits erklärt hatte, für das höchste Staatsamt nicht zur Verfügung zu stehen, werden nun auch Menschen mit nichtdeutschen Wurzeln für den Job im Schloss Bellevue gehandelt.

Bei der SPD scheint Gauck damit offene Türen einzurennen. So sagte deren Bundestagsfraktionsvorsitzender Thomas Oppermann: „Ob ein Bundespräsident Christ, Muslim oder Buddhist ist, sollte keine Rolle spielen. Entscheidend ist, dass die Religion nicht über der Verfassung steht.“ Ebenso kann sich Grünen-Chef Cem Özdemir mit dem Vorschlag anfreunden: „Na klar geht das. Wir suchen schließlich ein gutes Staats- und kein Religionsoberhaupt.“ Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist es „egal, ob Friese, Sorbe, Sinti, Katholik, Protestant, Hindu, Atheist, Veganer, Radfahrer oder Moslem. Denn all das sagt nichts über die Fähigkeit und Persönlichkeit.“

Bei der Union hingegen mehren sich die Stimmen, die von dem Vorstoß Gaucks überhaupt nichts halten. So sagte der frühere Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU): „Mit so einer Aussage werden die Leute mit Gewalt auf die Palme gebracht, und das ist nicht gut für unser Land.“ Der CDU-Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann meinte hierzu: „Das wäre in der gegenwärtigen Situation überhaupt nicht angebracht. Das würde die Spaltung der Gesellschaft nur vertiefen.“

Auch wenn formal niemand wegen seiner Religionszugehörigkeit von einem staatlichen Amt ausgeschlossen werden darf und Religion in Deutschland Privatsache ist, wäre die Entscheidung, einen Moslem ins Rennen um das Amt des Bundespräsidenten zu schicken, nichts weiter als eine dreiste Provokation der Bürger. Unzählige mit dem Islam und der Zuwanderung von Muslimen einhergehende Probleme sind nicht im Ansatz gelöst – da wäre es für viele ein Schlag ins Gesicht, einen Moslem zum höchsten Vertreter unseres Staates zu machen.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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