Sputnik: Deutsche Presse führend im Rußland-Bashing

| 4. Juli 2016 | Kommentieren

Gleich sieben Plätze in den Top Ten

Sputnik

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Von Ruedi Strese

Moskau – Nun kann das staatliche russische Nachrichtenportal Sputnik zwar nicht unbedingt der Unvoreingenommenheit bezichtigt werden, was die Berichterstattung zum Thema Rußland betrifft, denn natürlich hat es einen staatlichen Auftrag, und hin und wieder finden sich hier auch sonderbare Falschmeldungen, etwa, was Putin-freundliche Aussprüche des Rammstein-Sängers oder auch mal UFO-Geschichten angeht. Was die Seite nun festgestellt hat, ist indes durchaus glaubwürdig und ein trauriger Rekord: bei der einseitigen Negativberichterstattung über Rußland liegt die bundesdeutsche Presse weit vorn.

Auf dieses Ergebnis kam Sputnik durch die Auswertung westlicher Presseerzeugnisse der letzten Tage. Es wurde geschaut, welche Medien in dieser Zeit wieviele Artikel über Rußland veröffentlichten und wieviele davon negativ oder eher negativ berichteten. Dabei belegten deutsche Medien sieben der zehn vordersten Plätze, einschließlich des ersten (FAZ), zweiten (Süddeutsche Zeitung) und dritten Platzes (Welt).

Weitere Plätze dieser Top Ten belegen die Bild-Zeitung (4. Platz), Berliner Zeitung und Deutschlandradio (beide auf dem 5. Platz) und die Frankfurter Rundschau (auf dem 7. Platz). Selbstverständlich bringt Sputnik, welches zum staatlichen Medienunternehmen Rossija Sewodnja gehört, auch einige Beispiele.

Dmitri Gluchowski wurde von der „Zeit“ zum Rußland-Bashing eingeladen, Foto: A. Savin

Dmitri Gluchowski wurde von der „Zeit“ zum Rußland-Bashing eingeladen, Foto: A. Savin

So waren in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Wortfolgen wie „Putin auf neuem Konfrontationskurs“ und „russische Schikanen“ zu lesen, die Süddeutsche Zeitung titelte unter anderem „Der Sumpf und seine Tiefen“. Dem Deutschlandradio zufolge müsse die EU gegenüber Rußland „auf militärische Abschreckung setzen und russische Staatpropaganda im Internet entlarven“, in der (in den Top Ten allerdings nicht vertretenen) Zeit des Chef-Transatlantikers Josef Joffes bezeichnete der russische-israelische Autor Dmitri Gluchowski Putin u.a. als „Modell der Wiederherstellung des Imperiums“.

Immerhin können wir feststellen, daß es neben der vielfach in transatlantische Netzwerke eingebundenen und deshalb US-hörigen Mainstreampresse, welche in vorauseilendem Gehorsam oder direktem Auftrag NATO-Propaganda betreiben, auch unabhängige deutsche Medien verschiedener Couleur gibt, die in dieser Frage ein Gegengewicht bilden, etwa die Junge Welt, Zuerst!, Compact oder auch… Nortexa.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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