Stiftungen leiden unverändert unter EZB-Niedrigzinspolitik!

| 29. Juni 2017 | 1 Kommentar

Felix Oldenburg: „Gesetzgeber muss reagieren!“

Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Foto: David Ausserhofer, Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen

Felix Oldenburg,
Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Foto: David Ausserhofer, Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen

Berlin – Die anhaltende Niedrigzinsphase setzt deutsche Stiftungen immer stärker unter Druck. Wie eine aktuelle Befragung des Stiftungspanels des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen zeigte, gestaltet sich der reale Kapitalerhalt für viele Stiftungen immer schwieriger. Demnach wird es mehr als einem Drittel nicht gelingen, eine Rendite oberhalb der zu Jahresanfang prognostizierten Jahresinflationsrate von 1,5 Prozent zu erwirtschaften. Gerade kleinere Stiftungen und solche, die nach Beginn der Niedrigzinsphase 2009 gegründet wurden, sind davon betroffen. Neben ertragsstarken Produkten sind auch Anlagen mit positiver gesellschaftlicher Wirkung gefragt: Etwa ein Fünftel der befragten Stiftungen legen Teile ihres Stiftungskapitals entsprechend an. Ob mit der Verpachtung landwirtschaftlicher Flächen, Anteilen an sozialen Einrichtungen, der Vermietung von Sozialimmobilien oder wirkungsorientierten Finanzmarktprodukten. Immobilien stehen dabei besonders im Fokus. 37 Prozent der befragten Stiftungen legen derzeit ihr Geld in Immobilien, rund ein Drittel auch in Immobilienfonds an.

Felix Oldenburg, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, stellte fest: „Banken, Finanzdienstleister und Vermögensverwalter, aber auch der Gesetzgeber sind aufgefordert, sich auf die veränderten Zeiten und Ansprüche von Stiftungen einzustellen. Wir haben weder einfach zugängliche Angebote noch klare rechtliche Haftungsmaßstäbe, um mehr aus dem Geld zu machen. Andere Länder sind hier bereits weiter. Aber Themen wie Impact und Mission Related Investing, Genossenschaftsmodelle, Erbbaurechte sind auch hierzulande nicht länger Nischenthemen.“ Der Bundesverband reagiert mit der Initiative „Kapital und Wirkung“ und zeigt mit guten Beispielen den großen Werkzeugkasten, den Stiftungen zur Verfügung haben. Dabei helfen auch neue Partner wie oekom research, CSSP, die Kanzlei PSP und weitere.

Die Umfrage fand online vom 25. Januar bis 7. Februar 2017 statt. Befragt wurden Stiftungen, die beim StiftungsPanel des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen registriert sind. Teilgenommen haben 45,6 Prozent der in diesem Zeitraum 561 registrierten Teilnehmenden des Stiftungspanels. Das StiftungsPanel ist das Erhebungsinstrument zur Erforschung der Stiftungslandschaft. Träger des StiftungsPanels ist der Bundesverband Deutscher Stiftungen. Als unabhängiger Dachverband vertritt der Bundesverband Deutscher Stiftungen die Interessen der Stiftungen in Deutschland. Der größte Stiftungsverband in Europa hat mehr als 4.100 Mitglieder; über Stiftungsverwaltungen sind ihm 8.000 Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden. Damit repräsentiert der Dachverband rund drei Viertel des deutschen Stiftungsvermögens.

Von Rüdiger Dietrich

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Kategorie: Allgemein, Wirtschaft

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