Syrer befürchten Terroristen unter den Flüchtlingen

| 9. April 2016 | Kommentieren
Prof. Dr. Detlef Pollack, Foto: Youtube

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Viele Syrer fordern Obergrenze

Von Torsten Müller

Berlin – Nicht nur viele Deutsche sind besorgt, dass es nach den islamistischen Terroranschlägen in Paris und Brüssel auch in Deutschland zu ähnlichen Gewalttaten kommen könnte. Viele Menschen sehen die Gefahr als groß an, dass sich unter den Flüchtlingen, die in den letzten Monaten in großer Zahl nach Deutschland gekommen sind, auch islamistische Terroristen befinden könnten.

Nun hat eine Umfrage, die vom Religionssoziologen

unter schon länger in Deutschland lebenden Syrern durchgeführt wurde, ergeben, dass diese ähnliche Befürchtungen haben. Für die Umfrage wurden 500 Menschen aus Syrien und ihre Nachkommen befragt. Die Aufenthaltsdauer in Deutschland lag zwischen einem und rund 40 Jahren, 20 Prozent waren in Deutschland geboren, die Hälfte hat eine deutsche Staatsbürgerschaft.

Vier Fünftel der in Deutschland lebenden Syrer befürwortet nach eigener Aussage zwar die Politik der Bundesregierung, ein Drittel befürchtet, dass sich die eigene Situation dadurch verschlechtern könnte. Pollack dazu wörtlich: „Insgesamt überwiegt unter den aus Syrien Zugewanderten und ihren Nachkommen die Offenheit gegenüber den neuankommenden Flüchtlingen und die Solidarität mit ihnen. Dabei ist es erstaunlich, wie groß das Vertrauen in die Fähigkeit Deutschlands ist, mit den Problemen in der Flüchtlingspolitik fertigzuwerden.“

Die Zustimmung zur Aufnahme von Flüchtlingen ist unter Syrern zwar naturgemäß hoch, dennoch spricht sich die Hälfte der in Deutschland lebenden Syrer für eine Obergrenze zur Aufnahme von Asylbewerbern und Flüchtlingen aus.

46 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass sich unter den syrischen Zuwanderern auch islamistische Terroristen befinden könnten. Pollack dazu weiter: „Relativ groß ist auch die Angst, dass unter den Flüchtlingen viele Terroristen sein könnten – auch dies eine Sorge, die die Befragten mit vielen Menschen in der Mehrheitsgesellschaft teilen.“

Pollack, erklärte zum Inhalt der Studie, dass 71 Prozent der befragten Syrer denken, dass ihre Landsleute nach Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien wieder in ihre Heimat zurückkehren werden.

Es ist sehr bemerkenswert, dass viele Syrer ganz ähnliche Sorgen und Befürchtungen wie die Deutschen haben, die sich von der Politik nicht mehr erzählen lassen wollen, dass der Flüchtlingszustrom und der islamistische Terrorismus zwei Paar Schuhe seien. Die Syrer wissen nur zu gut, welche religiösen, kulturellen und politischen Konflikte in ihrem Heimatland vorherrschen, die nun durch die Zuwanderungspolitik der Bundesregierung nach Deutschland importiert werden.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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